Drei Jahre nach Tragödie in Mörlenbach (Hessen)

Kindermorde mit Brandstiftung: 48-jährige Mutter erneut verurteilt

Blumen und Kerzen standen 2018  vor dem Einfamilienhaus in Mörlenbach.
Blumen und Kerzen standen 2018 vor dem Einfamilienhaus in Mörlenbach.
© deutsche presse agentur

19. März 2021 - 17:56 Uhr

"Ohne Ihr Einverständnis wäre es nicht zu den Tötungen gekommen"

Eine 48 Jahre alte Ärztin aus dem hessischen Mörlenbach ist erneut zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe wegen Beihilfe zur Ermordung ihrer beiden Kinder sowie Brandstiftung verurteilt worden. "Ohne Ihr Einverständnis wäre es nicht zu den Tötungen gekommen", sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht Darmstadt, Marc Euler, am Freitag zu der Angeklagten in der Urteilsbegründung.

Vater wurde zu lebenslanger Haft verurteilt

Das Landgericht bestätigte ein Urteil aus dem Jahr 2019, das der Bundesgerichtshof (BGH) wegen zwei fehlerhafter Formulierungen an das Landgericht zurückverwiesen hatte. Im zweiten Prozess musste aber nur noch die Strafhöhe neu bestimmt werden. Die gerichtlich festgestellte Tatbeteiligung der Mutter hatte der BGH bestätigt.

2019 stand die 48-Jährige mit ihrem heute 61 Jahre alten Ehemann und Vater ihrer Kinder vor dem Landgericht Darmstadt. Der geständige Kieferchirurg wurde wegen zweifachen Mordes und Brandstiftung zu lebenslanger Haft verurteilt. Zudem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Damit ist eine Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Die Ehefrau bestritt, gewusst zu haben, dass ihr Mann die schlafenden 13 und zehn Jahre alten Kinder töten wird. Dagegen sprachen aus Sicht des Gerichts der Tatablauf und Aussagen des Paares nach dem Verbrechen.

Kinder erschlagen und erstochen

31.08.2018, Hessen, Mörlenbach: Mitarbeiter der Spurensicherung stehen vor einer Garage am Einfamilienhaus, in dem bei einem Brand zwei tote Kinder geborgen wurden. Zwei Erwachsene, vermutlich die Eltern, wurden von der Feuerwehr aus einem laufenden
Mitarbeiter der Spurensicherung kurz nach dem grausamen Fund.
© dpa, Silas Stein, sis kno

Der Vater, ein Deutscher wie die Mutter, hatte im August 2018 seinen 13 Jahre alten Sohn und die zehn Jahre alte Tochter nach Absprache mit seiner Frau erschlagen und erstochen - und Feuer im Haus gelegt. Beide wollten dann Suizid begehen, um sich der Zwangsräumung am nächsten Morgen zu entziehen. Die Feuerwehr rettete die Eltern.

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Quelle: DPA / RTL.de