12. April 2019 - 17:48 Uhr

Zwei Mütter, ein Vater

Ihr Baby ist eine kleine Sensation: In Griechenland bekam eine unfruchtbare 32-Jährige ein Kind, das biologisch gesehen zwei Mütter und einen Vater hat. Für ungewollt kinderlose Paare könnte dies ein Durchbruch sein, um ein Kind mit den eigenen Erbanlagen zu bekommen.

32-jährige Griechin hatte bereits mehrere In-vitro-Versuche hinter sich

Wer sich nichts sehnlicher als ein Kind wünscht, lässt meist keine Option unversucht - bis es endlich klappt. Doch bei etwa jedem siebten Paar bleibt der Wunsch nach einem Kind auf natürlichem Weg unerfüllt. Um dennoch ein eigenes Baby zu bekommen, bleibt nur noch eine Form der künstlichen Befruchtung - aber auch die ist nur in etwa 30 Prozent erfolgreich.

Leider nicht bei einer Frau aus Griechenland: Die 32-Jährige hatte bereits mehrere In-vitro-Fertilisationen hinter sich - die Schwangerschaft blieb jedes Mal aus. Doch dank einer neuen Methode, der sie sich im griechischen Behandlungszentrum Institute of Life (IVF) in Athen unterzog, brachte sie nun einen gesunden Jungen mit einem Gewicht von 2960 Gramm zur Welt. Die Lösung ihres Fruchtbarkeitsproblem: Die Mitochondrien aus der Eizelle einer anderen Frau wurden vor der Reagenzglas-Befruchtung in ihre Eizelle gespritzt.

Erste Experten äußern ethische Bedenken

Als die Methode das erste Mal von britischen Forschern angewandt wurde, ging es darum, die Übertragung von Erbkrankheiten zu verhindern. Die griechischen Forscher würden die Mitochondrien-Spende nun jedoch auch ohne ihre Notwendigkeit aufgrund von Erbgutschäden verwenden. Es sei auch unklar, ob die Griechin bei einer weiteren In-vitro-Fertilisation nicht ohnehin schwanger geworden sei.