Missbrauchsvorwürfe von Jan Hempel - Ex-Synchronpartner ist fassunglos

Heiko Meyer: "Das Ausmaß hat mich erschlagen"

ARCHIV - 29.09.2000, Australien, Sydney: Die beiden deutschen Wasserspringer Heiko Meyer (l) und Jan Hempel gehen im Aquatic Centre beim Vorkampf im Springen vom Turm aneinander vorbei. (zu dpa "Synchronpartner Meyer über Hempels Missbrauchsvorwurf:
Heiko Meyer und Jan Hempel zusammen auf dem Sprungturm. Entstanden ist das Foto bei Olympia in Sydney im Jahr 2000.
kd jai, dpa, Stefan Hesse

Er wusste, dass sein Freund zum Opfer geworden war, doch was nun ans Licht kam, macht ihn völlig fassungslos. Nach den massiven Missbrauchsvorwürfen von Wasserspringer Jan Hempel gegen seinen ehemaligen Trainer hat sich nun Hempels ehemaliger Synchronpartner Heiko Meyer zu Wort gemeldet. „Ich wusste, dass das passiert ist. Aber in was für einem Ausmaß - das hat mich auch erschlagen“, sagt der 45-Jährige.

Hempel weihte seinen Freund ein - aber nicht in die Details

Meyer verriet im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, dass Hempel ihn eingeweiht habe. „Als guter und langer Synchronpartner - wir sind ja heute noch befreundet - hat man das natürlich erfahren. Aber mir gegenüber ist er nie ins Detail gegangen.“ Meyer, der mit Hempel bei den Olympischen Spielen 2000 Bronze im Turm-Synchronspringen gewonnen hatte, weiter: „Das ist unwahrscheinlich traurig und beschämend.“

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Heiko Meyer: "Er ist ruhig und in sich gekehrt"

In einer Dokumentation der ARD hatte Hempel erstmals öffentlich Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen den inzwischen verstorbenen Trainer Werner Langer erhoben.

Nach dem Gang an die Öffentlichkeit habe Meyer mit seinem auch gesundheitlich schwer angeschlagenen Freund gesprochen: „Er wirkt sehr ruhig, sehr in sich gekehrt.“ Er hoffe, dass sich der mutige Schritt auszahle: „Ich wünsche mir, dass Jan ein bisschen seinen Frieden finden kann. Er ist ja eh seit Jahren ein gebrochener Mann.“ Bei Hempel wurde Alzheimer diagnostiziert.

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Meyer selbst nennt es rückblickend ein Glück, dass er sich damals im Alter von zwölf, 13 Jahren gegen den beschuldigten Langer und für Frank Taubert als Trainer in Dresden entschied. Was sonst vielleicht passiert wäre, „da will ich gar nicht drüber nachdenken. Ich bin sehr froh, dass der Weg so gewesen ist“. Meyer ist froh, dass inzwischen die Öffentlichkeit informiert ist: „Auch um andere zu schützen.“ (sfu/dpa)