Giftinformationszentrum Göttingen warnt

Mehr Kinder mit Vergiftungen durch Desinfektionsmittel

Zeitweise war Desinfektionsmittel in Deutschland nahezu ausverkauft
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06. August 2020 - 11:10 Uhr

Im ersten Halbjahr 2020 nahmen die Notrufe zu

Das Göttinger Giftinformationszentrum-Nord ruft derzeit zur Achtsamkeit in deutschen Haushalten auf. Der Grund: Das GIZ-Nord hat im ersten Halbjahr 2020 deutlich mehr Notrufe wegen Desinfektionsmitteln erhalten.

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Desinfektionsmittel stehen in Reichweite von kleinen Kindern

Nach eigenen Angaben ist das Zentrum die primäre Beratungs- und Erfassungsstelle für Vergiftungen in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen. Gegenüber dem NDR sagte Leiter Martin Ebbecke, dass es allein in den Monaten März und April 160 Notrufe wegen Vergiftungen gegeben hätte. Im Vergleich dazu, seien in den Vorjahren in den selben Monaten nur 50 bis 60 Anrufe eingegangen. Der Grund für die vermehrten Vergiftungen seien aber nicht die irritierenden Aussagen Donald Trumps, sondern die Tatsache, das in vielen Haushalten wegen Corona Desinfektionsmittel zu finden ist und kleine Kinder zulangen können.

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GIZ-Nord bittet um mehr Achtsamkeit

Daher richtet das Giftinformationszentrum derzeit einen besonderen Appell an alle Haushalte. Auf deren Seite heißt es: "Die häusliche Betreuung von Kindern stellt momentan viele Menschen vor besondere Herausforderungen. Der Giftnotruf möchte vorsorglich zu vermehrter Achtsamkeit aufrufen. Wir bitten daher alle Betreuenden, Desinfektionsmittel aller Art, Medikamente, Putz-/Waschmittel, Zimmerpflanzen, Batterien und ähnliches von Kindern bestmöglich fernzuhalten. Krankenhausbetten und medizinisches Personal sind momentan nur sehr begrenzt verfügbar und sollten nicht durch vermeidbares Verhalten unnötig in Anspruch genommen werden. Die Gesundheit ist ein kostbares Gut- in diesen Zeiten noch mehr als sonst!"

Das GIZ-Nord ist rund um die Uhr unter der Notrufnummer (0551) 192 40 erreichbar.