Rostocker Forscher weisen nach:

Wer arm ist, stirbt früher

© dpa, Ralf Hirschberger, dt cul lre hpl lof jhe jai kne

14. Oktober 2019 - 17:49 Uhr

Die Lebenserwartung steigt, aber nicht für alle gleich

Menschen werden insgesamt immer älter. Wie alt aber jeder einzelne wird, hängt maßgeblich davon ab, wie reich oder eben arm er ist. Wie stark sich dieser Zusammenhang in Deutschland auswirkt, haben Forscher des Rostocker Max-Planck-Instituts nun nachgewiesen.

Arme Männer aus dem Osten haben geringste Lebenserwartung

Armut, Arbeitslosigkeit und schlechte Bildung verkürzen die Lebenserwartung in Deutschland deutlich.In der Altersspanne zwischen 30 und 59 Jahren ist das Sterberisiko für die ärmsten 20 Prozent der Männer um 150 Prozent höher als bei den reichsten 20 Prozent. Noch krasser ist der Unterschied in Ostdeutschland. Die unterste Einkommens- und Bildungsschicht hat dort eine 8-mal so hohe Sterbewahrscheinlichkeit wie die Top-Verdiener.

Bei Frauen spielt das Einkommen keine große Rolle in Bezug auf die Sterblichkeit. Arbeitslosigkeit und schlechte Bildung dagegen wirken sich genau so stark aus wie bei Männern.

Erste Untersuchung dieser Größe

Die Rostocker Forscher haben insgesamt 27 Millionen anonymisierte Datensätze von Versicherten der Deutschen Rentenversicherung untersucht. "Zum ersten Mal stehen wir auf sicherer Datenbasis, wenn wir die einzelnen Faktoren und ihren Einfluss auf die Sterblichkeit in Deutschland bewerten", so Pavel Grigoriev, einer der beteiligten Forscher. Ähnliche Untersuchungen für Deutschland nutzten bisher wesentlich kleinere Datensätze, die aus Forschungsumfragen stammten und daher weniger aussagekräftig waren.