Red-Bull-Berater lobt Leistung von Verstappen-Wingman

Marko: Perez' harter Zweikampf mit Hamilton entscheidend für Erfolg bei Türkei-GP

Lewis Hamilton drängte Sergio Perez in die Boxengasseneinfahrt - der Red-Bull-Pilot hielt brutal dagegen und bliebt vorn
Lewis Hamilton drängte Sergio Perez in die Boxengasseneinfahrt - der Red-Bull-Pilot hielt brutal dagegen und bliebt vorn
© REUTERS, MURAD SEZER, zc

10. Oktober 2021 - 19:09 Uhr

Stimmen und Reaktion zum Türkei-GP

Runde 35 beim Türkei-GP: Rad an Rad rauschen Mercedes-Star Lewis Hamilton und Sergio Perez durch die letzte Schikane, Hamilton drückt den Red-Bull-Mann ganz weit raus – bis über die weiße Linie der Boxengasseneinfahrt. Perez hält respektlos dagegen, fährt hinter einem Plastikpoller zurück auf die Piste – und verteidigt Platz 4 vor dem Rekordweltmeister. Für Red-Bull-Berater Helmut Marko war das einer der Schlüsselmomente des Rennens. Am Ende sprangen die Plätze 2 und 3 für die Nummer 1 der Bullen, Max Verstappen, und seinen Wingman Perez heraus. "Wir sind mehr als zufrieden", freute sich Marko. "Das war das Optimum, was wir herausholen konnten."

Hamilton haderte am Ende mit der Boxenstopp-Entscheidung seines Teams, Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel mit seinem Versuch, auf Trockenreifen zu wechseln. Und für Mick Schumacher gab es eine Entschuldigung von einem zweimaligen Weltmeister. Stimmen und Reaktionen zum Großen Preis der Türkei auf dem Istanbul Park Circuit.

Bottas: Eines meiner besten Rennen

Valtteri Bottas (Mercedes, Sieger): Es war eines der der besten Rennen, die ich je gefahren bin. Außer einem Rutscher hatte ich alles unter Kontrolle. Ich war sehr zuversichtlich vor dem Start, hatte sehr viel Selbstvertrauen. Unter diesen Bedingungen ist es nicht einfach, die richtige Strategie zu wählen. Es war ein sehr schwieriges Rennen.

Max Verstappen (Red Bull Racing, 2. Platz): Es war nicht einfach. Die Strecke war sehr rutschig. Wir mussten uns die ganze Zeit um die Reifen kümmern, sie die ganze Zeit richtig managen. Trotzdem sind wir glücklich über den 2. Platz. Unter diesen Bedingungen kann man leicht einen Fehler machen und weit zurückfallen. Man konnte nie richtig pushen, auch um nicht zu früh an die Box zu müssen. Es war schon die ganze Saison knapp in der WM. Ich bin mir sicher, dass es auch in Austin wieder ein enger Kampf werden wird.

Marko: "Perez hat im Zweikampf mit Hamilton voll dagegen gehalten"

Sergio Perez (Red Bull Racing, 3. Platz): Es war ein sehr intensives Rennen. Es war eines dieser Rennen, in dem man geduldig sein muss, in dem man sich die ganze Zeit um die Reifen kümmern muss. Es war sehr schwierig, die Reifen zu managen.

Helmut Marko (Red-Bull-Motorsportberater): Wir sind mehr als zufrieden. Das war das Optimum, was wir herausholen konnten. Beide Piloten sind optimal mit den Reifen umgegangen. Auch unsere Ingenieure haben einen super Job gemacht, die Fahrer immer mit den Daten der Reifen zu versorgen. Und die haben das dann auch optimal umgesetzt. Ein bisschen haben wir bei Hamilton Angst gehabt, dass er ohne Stopp durchfährt. Aber das wäre zu gefährlich geworden. Und für Slicks war es einfach zu nass.

Perez hat im Zweikampf mit Hamilton voll dagegen gehalten, das war mit ein Grund, dass er es aufs Podium geschafft hat. Was uns Sorgen macht, ist der unheimliche Speed von Mercedes auf den Geraden seit Silverstone – und sie scheinen noch schneller zu werden. Da müssen wir mit dem Chassis nachziehen Wir wären chancenlos gewesen im Trockenen. Wir haben das Untersteuern nicht wegbekommen. Bedingt durch das Untersteuern hätten wir im Trockenen auch einen hohen Reifenverschleiß gehabt.

In Austin wird es von der Tagesform abhängen. Wo wir einen Vorteil für uns sehen – wegen der Höhenlage – ist in Mexiko und Brasilien.

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Hamilton hadert mit Boxenstopp-Entscheidung

Lewis Hamilton (Mercedes, 5. Platz): Ich wusste, dass ich mit dem Stopp Plätze verlieren werde. Die Reifen sind alles, und wenn man nicht weiß, wie lange sie halten, ist das immer so eine Sorge. Ich war auch nicht so schnell am Ende, hatte weniger Grip. Ich habe Performance verloren. Ich hätte wohl besser draußen bleiben sollen - oder früher reinkommen. So musste ich durch diese Phase, wo man Graining bekommt und da bin ich dann rumgerutscht. Es hat sich gut angefühlt, auf dem 3. Platz zu sein und ich habe mir gesagt, versucht das zu halten, das ist ein gutes Ergebnis von Startplatz 11. Nun, dann ist es schlechter geworden, aber es ist okay.

Toto Wolff (Mercedes-Teamchef): Ich freue mich sehr für den Valtteri, das war ein brutales Rennen vom Start weg. Bei Lewis war es Schadensbegrenzung. Von Platz 11 losgefahren hatten wir einige Möglichkeiten – draußen bleiben oder sogar auf trockene Reifen zu wechseln. Wir haben dann aber bei Leclerc gesehen, dass es ganz schnell abgerissen ist, dass er plötzlich zwei Sekunden pro Runde verloren hat. Um die Position zu sichern, haben wir Lewis dann doch zum Stopp reingeholt.

Wenn wir konservativ geblieben wären und Lewis acht Runden vorher reinkommen wäre, hätten wir um P3 kämpfen können. Wenn ich im Nachhinein nochmal entscheiden könnte, hätte ich gesagt, zehn Runden vorher stoppen Wir hätten auch durchfahren könne, aber das Risiko dann einen Reifenplatzer zu bekommen ist doch sehr hoch.

Austin schätze ich, kann für beide Teams gut sein. Wir sind voll im Game, die ganze Meisterschaft ist offen.

Vettel: Wechsel auf Trockenreifen war die falsche Entscheidung

Sebastian Vettel (Aston Martin, 18. Platz): Es war komisch, denn die Strecke war natürlich nicht trocken, aber der Intermediate war so abgefahren und sah schon aus wie ein Slick. Aber den Trockenreifen habe ich gar nicht zum Arbeiten gebracht und wenn die Temperatur einmal in den Keller geht, ist es verloren. Es war die falsche Entscheidung. Es hat sehr lange gedauert, bis die Strecke abgetrocknet ist. Im ersten Stint waren wir nicht schnell genug, ich hatte unheimliche Probleme mit den Reifen. Dann war es der falsche Move auf die Trockenreifen zu wechseln, da haben wir eine Runde verloren. Der letzte Stint war dann okay.

Mick Schumacher (Haas, 19. Platz): Ich glaube, wir waren vom Start ganz gut dabei. Die Alfas waren extrem schnell, da habe ich mich schwer getan. Leider kam dann der Dreher, der mich nach hinten geworfen hat. Dann ist es wie im Trockenen, man kann hier nicht hinterher fahren. In der frischen Luft vor dem Stopp konnten wir noch ein paar gute Runden fahren. Als wir reinkamen, war der Reifen komplett runter. Ich nehme sehr viel positives mit, wir hatten extrem gute Trainings, das Qualifying war mega. Leider hat es heute nicht gereicht, um vorne mitfahren, aber Erfahrung haben wir gesammelt.

Fernando Alonso (Alpine, 16. Platz – zur Kollision mit Mick Schumacher): Es tut mir Leid, ich dachte, da ist eine Lücke. Wir haben uns berührt, ich habe die fünf Sekunden bekommen, die habe ich, glaube ich, auch verdient. Unglücklicherweise hat sich Mick gedreht, das tut mir Leid.