Mama-Kolumne von Sandra Kuhn

Mein Baby bei Instagram zeigen - soll ich oder soll ich nicht?

© Sandra Kuhn/RTL

8. März 2019 - 11:47 Uhr

Diese pikante Frage beschäftigt alle Eltern

Eines weiß ich jetzt schon, bevor ich überhaupt ein Wort zum Thema geschrieben habe: Dieser Beitrag wird einige Eltern garantiert sehr wütend machen. Denn fast nichts wird so heiß diskutiert, wie die Frage "Kinderfotos im Netz - ja oder nein?" Sollte ich mein Kind, in meinem Fall ein sieben Monate altes Baby, bei Instagram öffentlich machen?! Ich finde: JEIN.

VOR der Geburt war die Sache klar - doch danach sah die Welt plötzlich ganz anders aus

Ich verstehe jeden, der sagt: Ich zeige meine Kinder nicht in den sozialen Medien. Auch mein Mann und ich haben das diskutiert, als ich noch schwanger war. Wir haben uns letztendlich dazu entschieden, ab und zu (eher selten) mal ein Bild hochzuladen, allerdings nur von hinten oder im Anschnitt, damit man ihr Gesicht nicht erkennen kann. Das hatten wir VOR der Geburt so entschieden. Als Leni dann am 5.8.18 geboren wurde, sah die Welt aber plötzlich ganz anders aus.

Wir waren soooooo stolz und voller Liebe, und wollten dieses Gefühl einfach in die Welt hinaus posaunen. Jeden Tag und mit ganz vielen süßen Fotos der kleinen Maus. Und das Feedback der Follower war auch einfach herzzerreißend. Man kann sich mit so vielen Müttern austauschen, die Babys im gleichen Alter haben, bekommt Tipps, gibt Tipps. Wie schön und vor allem schnell und unkompliziert. Und dann war bzw. ist Leni ja auch so Zucker (die Süßeste von allen, finden jedenfalls Mama und Papa). Und das sollten wir verstecken?

Letztendlich entschieden wir nochmal ein bisschen um: Wir wollten Leni doch einmalig zeigen. In voller Pracht. Und das taten wir dann auch mit einem professionellen Fotoshooting für ein Magazin. Da sie sich optisch so schnell verändert, haben wir deshalb auch kein schlechtes Gefühl. Und klar kann es sein, dass sie sich irgendwann mal darüber beschwert. "Mama und Papa, warum habt ihr das gemacht? Voll peinlich." Aber wer weiß das schon? Vielleicht beschwert sie sich ja auch nicht und findet es voll cool. Schließlich wird sie ja mit den sozialen Medien groß werden und sieht, dass auch ihre Eltern davon nicht abgeneigt sind. Warum sollte sie sich denn komplett in eine andere Richtung entwickeln? Wir leben ihr das ja auch so vor.

Und auch alle, die jetzt sagen: Bitte erst Fotos veröffentlichen, wenn man das Kind fragen kann und es sein OK gibt. Ehrlich? Kinder ändern ihre Meinung doch ständig. Wenn eine Vierjährige das toll findet, dann kann sie drei Jahre später richtig genervt davon sein. Unsere Meinung.

Ganz verzichten aufs Posten wollen wir nicht - schließlich ist Leni ein Teil von uns

Das einzige doofe Gefühl, das bleibt ist, dass die Fotos sich im Netz rasend schnell vervielfachen und vielleicht in die Hände eines Pädophilen gelangen könnten. Bei dem Gedanken wird mir ehrlich gesagt schlecht, sehr schlecht! Deshalb haben wir nach dem einmaligen Foto mit Gesicht auf Instagram entschieden, Leni zwar weiterhin zu zeigen, aber nur von hinten oder im Anschnitt. So, dass keiner mit dem Bild unserer Tochter Schindluder treiben kann. Denn ganz verzichten aufs Posten wollen wir nicht. Schließlich ist sie ein großer Teil von uns, der Größte! Und Instagram verstehe ich als Plattform, auf der man seinen Alltag, sein Leben, seine Leidenschaften teilt. Da gehört Leni definitiv zu.