Muss das wirklich sein?

Mama-Kolumne: Finger weg von meinem Kinderwagen!

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27. August 2019 - 10:46 Uhr

Da werde ich zur Löwenmama

Eigentlich würde ich mal behaupten, dass ich nicht zur Kategorie Übermama gehöre. Aber bei einem Thema werde ich wirklich zur Löwenmutter: Wenn fremde Leute einfach an meinen Kinderwagen gehen und mein Kind anfassen wollen. Sorry, das geht mal so gar nicht! Bitte lasst es doch einfach.

von Patricia Dreesbach

Unverschämt und übergriffig - nicht mit mir!

Kaum ist das Kind auf der Welt, ist man als Eltern natürlich stolz wie bolle. Jeder darf natürlich mal gucken, aber bitte mit genügend Abstand! Manche Menschen scheinen aber so gar kein Gefühl dafür zu haben, was sich gehört. Ich kann gar nicht sagen, wie oft jemand (meistens sind es ältere Damen) an meinem Kinderwagen gezogen hat, um meine Tochter besser sehen zu können und sich dann anschließend fast bis zu ihrem Gesicht in den Kinderwagen zu beugen.

Das ist einfach nur unverschämt und übergriffig. Es wird noch nicht einmal gefragt, ob mir das überhaupt recht ist. Bisher ist es mir immer gelungen, meine Kleine noch schnell genug wegzuziehen, bevor die Griffel der Fremden meine Tochter erreichen konnten

Harmlose Krankheiten werden für Neugeborene zur Lebensgefahr

Bei meinem Kind hört der Spaß einfach auf. Ein Neugeborenes ist noch viel anfälliger für Krankenheiten und man weiß nie, wo die Leute vorher mit ihren Fingern waren. Ein cooler Nebeneffekt des Mutterseins: Dir ist es völlig egal, was andere von dir halten. Mittlerweile habe ich kein Problem mehr damit, offen auszusprechen, dass sich das nicht gehört und die Leute gefälligst Abstand halten sollen.

Und wie mir geht es auch anderen Müttern. Ob in der Krabbelgruppe oder beim Rückbildungskurs, überall hört man ähnliche Geschichten. Eine Mutter erzählte, dass sie an der Kasse nur kurz Einkäufe aufs Band gelegt hat und schon fing der Herr hinter ihr an, mit ihrer Tochter zu spielen. Ich käme nie auf die Idee, einfach ein fremdes Kind anzufassen. Was da alles für Krankheiten übertragen werden können. Besonders, wenn man sich vor Augen führt, wie schnell eine "harmlose" Krankheit für Babys gefählich sein kann. Ein Herpes-Virus kann beispielsweise bei Babys ganz schnell zum Tod führen.

Fragen kostet nichts

Damit ich halbwegs entspannt einkaufen gehen kann, nehme ich meine Tochter nur noch in der Trage in den Supermarkt mit. Ich weiß zwar, dass die Leute es nicht böse meinen, wenn sie sich in den Kinderwagen beugen oder das Baby anfassen wollen, aber mich stresst es einfach nur. Die meisten scheinen die Kleine ja einfach nur niedlich zu finden und wollen mit ihr interagieren. Es wäre dennoch nett, wenn man mich vorher fragen würde, ob ich das möchte. Generell finde ich, dass ein nettes Lächeln oder ein freundliches Gespräch - ohne Körperkontakt - völlig ausreichen.