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London: Witwe trauert 27 Jahre lang auf falschem Friedhof um ihren Mann

Seine Asche sollte verstreut werden, doch er wurde beerdigt - Frau verklagt Bestatter

Witwe trauert 27 Jahre lang auf falschem Friedhof um ihren Mann

Garten in Londoner Friedhof (Symbolfoto)
Ein Garten auf einem Londoner Friedhof. (Symbolfoto)
picture alliance / empics, Emily Pennink

Wen man um einen geliebten Menschen trauert, gehören für viele Rituale und ein fester Platz dazu. Umso schlimmer ist, wenn man feststellen muss, jahrelang am falschen Ort seine Verbundenheit zum einer oder einem Toten zum Ausdruck gebracht zu haben. So ist es Kathleen Welsham aus London ergangen, die deswegen ein Beerdigungsunternehmen verklagt, wie die "Daily Mail" berichtet. Die Frau trauerte 27 Jahre lang in einem Friedhofsgarten um ihren Mann Kieron, doch der lag anscheinend etliche Kilometer entfernt begraben.

27 Jahre trauerten Witwe und ihre Kinder am falschen Ort

Welsham hatte verfügt, dass die Asche ihres Mannes nicht begraben, sondern im Garten des "East London Cemetery" verstreut werden sollte. Er sei "klaustrophobisch veranlagt" gewesen, sagte sie dem Zeitungsbericht zufolge. Sie haben ihn "freilassen" wollen und sich bewusst gegen die Beisetzung in einer Urne entschieden.

Das Bestattungsinstitut ließ die Frau im Glauben, dass die Asche in dem Park des Friedhofs verstreut wurde. 27 Jahre lang kam sie an diesen Ort, um sein Andenken zu bewahren. Geburtstage, Vatertage, wichtige Familienanlässe – Kathleen Welsham und ihre drei Kinder hatten ihren Ort der Trauer und der Besinnung.

Angeblich ließ seine Mutter ihn heimlich beerdigen

2016 sei dann durch einen Zufall herausgekommen, dass Kevins Asche durch einen Angestellten des Beerdigungsinstitutes heimlich dessen Mutter übergeben worden sei. Die habe ihn auf einem Friedhof in der Grafschaft Essex beisetzen lassen. Das Ganze sei herausgekommen, weil die Mutter dem Angestellten jedes Jahr eine Weihnachtskarte schickte und sich dafür bedankte, dass er ihr die Asche ihres Sohnes ausgehändigt hatte, so die Zeitung weiter.

Nach dem Tod der Frau sei Kierons Grab exhumiert und der Inhalt der Urne über der Themse verstreut worden. Als Kathleen Welsham von dem Schwindel erfuhr, sei sie entsetzt gewesen. Sie reichte Klage gegen das Bestattungsunternehmen ein und fordert eine Entschädigung, weil sie und ihre Kinder ein psychisches Trauma erlitten hätten.

Das Unternehmen weigerte sich. Es gebe keine Beweise dafür, dass Kieron in dem Grab in Essex beigesetzt worden sei, argumentierte die Firma. Der Richter sah das ebenso, drückte aber ein Bedauern über den Schmerz der Familie aus. Ein Urteil ist noch nicht gefallen. (uvo)