„Letzte Ausfahrt Tinder?!“: Die Dating-Kolumne bei RTL.de

Er entschied sich für seine Frau

Tina Tinderina ist auf der Suche nach der großen Liebe
© privat

19. Mai 2020 - 22:27 Uhr

von Tina Tinderina

Obwohl es in meiner Kolumne eigentlich immer um Tinder-Dates geht, berichte ich heute ausnahmsweise mal von einem Kennenlernen, das in der realen Welt stattgefunden hat. Ja, das gibt es tatsächlich auch noch. Dieses Kennenlernen war auch der Grund, warum ihr so lange nichts von mir gehört habt. Und eins muss ich dazusagen: Diese Kolumne ist nicht so witzig und emotionslos geschrieben, wie die vorherigen – da mir dieser Mann tatsächlich das Herz gebrochen hat. Daher so viel vorweg: Auch beim realen Dating ist nicht immer ein Happy End garantiert. In diesem Fall war sein Beziehungsstatus das Problem: Er war verheiratet.

Beim ersten Treffen rannte ich panisch weg

Ich ging mit einer Freundin in eine Bar, als es Corona noch nicht gab. Dort trafen wir auf einen Bekannten von ihr. Sie stellte uns vor und von Beginn an verstanden wir uns blendend. An besagtem Abend unterhielten wir uns zwar nicht lange, doch am nächsten Tag kamen wir über Instagram ins Plaudern und trafen uns erneut. Diesmal alleine. Ich erwartete nicht viel von dem Treffen. Schließlich wusste ich, dass er eine Frau hatte. Ich freute mich lediglich auf ein kühles Kölsch in netter Begleitung. Doch alles entwickelte sich anders…

Wir haben uns von der ersten Sekunde an super verstanden. Ich weiß, das Wort Seelenverwandte ist kitschig – doch genau so kam es mir vor. Wir hatten den gleichen komischen Humor, die gleichen Ansichten vom Leben, selbst das Schweigen mit ihm war keineswegs unangenehm. Es schien einfach alles zu stimmen. Weil mir das nach acht Kölsch eine verdammte Angst einflößte, machte ich einen Polnischen, während er auf der Toilette war. Ich weiß – das ist nicht die feine, englische Art. Aber ich wollte der Situation einfach entfliehen, bevor wir uns nähergekommen wären. Etwas irritiert schrieb er mir, als ich fast rennend und leicht schockiert von mir und meinen Gefühlen auf dem Weg nach Hause war. Ich entschuldigte mich und erklärte ihm die Situation.

Er küsste mich im Treppenhaus

Obwohl wir beide wussten, dass ein weiteres Treffen gefährlich enden könnte, trafen wir uns danach immer und immer wieder. Lange hatten wir uns unter Kontrolle – bis es plötzlich doch zu einem Kuss kam: Er brachte mich wie immer nach Hause, und küsste mich dann im Treppenhaus. (Acht Monate später kam übrigens der Song "Treppenhaus" von Lea* raus. Es fühlt sich fast so an, als ob wir von einer versteckten Kamera beobachtet worden wären.)

Unsere Gefühle spielten verrückt! Was taten wir da? Wir begannen tatsächlich uns ineinander zu verlieben. Wir verbrachten von dem Tag an zahlreiche Stunden und Tage zusammen. Wir gingen in Bars, besuchten Konzerte, flogen sogar zusammen in Urlaub. Er lernte meine Eltern kennen. Ich seine. Mit dem Unterschied, dass meine wussten, in welcher Verbindung wir wirklich zueinanderstanden, seine nicht. Nach Außen hin waren wir gute Freunde. Hinter verschlossenen Türen führten wir quasi eine Beziehung (das würde er so nicht unterschreiben!).

„Lass uns Freunde bleiben“ – hat nicht geklappt

Immer wieder kamen uns Zweifel. Mal beendete er unser Techtelmechtel, weil er seiner Frau gegenüber – verständlicherweise – ein schlechtes Gewissen hatte. Mal ertrug ich unser Versteckspiel nicht mehr, da ich einen Freund haben wollte, der öffentlich zu mir stand. Doch wir fanden nach wenigen Tagen immer wieder zueinander. Es herrschte irgendwie eine magische Anziehungskraft zwischen uns. Nach acht Monaten sollte sich aber plötzlich alles ändern: Er zog endgültig einen Schlussstrich unter unsere Liaison, weil er plötzlich festgestellt hat, wie wichtig Familie ist. Es brach mir das Herz! Wochenlang konnte ich keinen klaren Gedanken mehr fassen. Ich weinte mich jeden Abend in den Schlaf.

Wir versuchten einige Wochen später, uns als Freunde wieder anzunähern. Anfangs schien das irgendwie auch zu funktionieren. Doch ich konnte meine Gefühle einfach nicht abstellen, so dass wir mittlerweile noch nicht mal mehr Freunde sind. Im Gegenteil. Wir haben uns zerstritten, weil mich seine Abweisungen einfach so sehr verletzt haben. Tja, dann muss ich wohl doch noch mal gucken, welche Jungs sich so bei Tinder rumtummeln… Next!

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