Leiche zwischen Heuballen in Unnau gefunden: Daniel M. (15) starb auf der Suche nach seinem Handy

In Unnau rutschte ein Teenager ab und blieb kopfüber zwischen Heuballen stecken. Seine Leiche wurde erst fünf Monate später gefunden. (Foto: Motivbild)
In Unnau rutschte ein Teenager ab und blieb kopfüber zwischen Heuballen stecken. Seine Leiche wurde erst fünf Monate später gefunden. (Foto: Motivbild)
© picture alliance / imageBROKER, Helmut Meyer zur Capellen

23. September 2018 - 17:59 Uhr

Fünf Monate lang wusste niemand, was mit Daniel M. passiert ist

Daniel M. sagte seine Eltern abends Bescheid, dass er schnell noch mal losgehen wollte, um sein Handy zu suchen. Das war am 15. April 2018. Doch der 15-Jährige aus Unnau (Rheinland-Pfalz) kehrte nicht mehr nach Hause zurück. Tagelang suchte die Polizei nach dem Teenager, doch Daniel blieb verschwunden.

Ein Bauer fand die Leiche in dem Heu-Stapel

Erst fünf Monate später gab es für die Eltern des Jungen traurige Gewissheit: Daniel ist tot. Ein Bauer fand die Leiche nur 1,2 Kilometer von Daniels Elternhaus im Westerwald entfernt, als er ein paar Heuballen verladen wollte. Zwischen den in Folie gewickelten Ballen steckte einen Toter fest. Die Obduktion belegte inzwischen zweifelsfrei: Bei der stark verwesten Leiche handelt es sich eindeutig um den vermissten Daniel M.

Die Polizei geht von einem tragischen Unfall aus. Der Junge saß gerne nach der Schule auf dem Heu-Stapel. Dort muss er auch sein Handy verloren haben. Wahrscheinich ging er an dem Abend, als er verschwand, zurück zu seinem Lieblingsplatz, angelte zwischen den Heuballen nach dem Gerät und rutschte ab.

"Wer das nicht selbst erlebt, kann meinen Schmerz nur erahnen"

Der Bauer fand Daniel kopfüber zwischen den Heuballen. Die Ermittler vermuten, dass er sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien konnte und starb. Ein Heuballen kann bis zu 1.000 Kilogramm wiegen. Zur genauen Todesursache wollte die Polizei sich nicht äußern. Ein paar Tage später fand die Polizei bei der genauen Untersuchung der Unglücksstelle auch das Handy des Jungen. Es lag wie vermutet zwischen den Heuballen.

Daniels Vater kann den Verlust seines Sohnes kaum begreifen. "Wer das nicht selbst erlebt, kann meinen Schmerz nur erahnen", sagte er der "Bild am Sonntag". Er hatte monatelang gehofft, dass der Teenager noch lebt, berichtete die Zeitung. Er ließ Flugblätter drucken und hängte sie an Bahnhöfen und Tankstellen auf, in der Hoffnung, dass irgendjemand seinen Sohn gesehen hätte. Doch alle Hoffnung war vergeblich: Daniel M. lag die ganze Zeit über tot ganz in der Nähe seines Elternhauses.