Lehrämtler gehen auf die Barrikaden

Studierende sprechen sich gegen Reform der Lehrerausbildung aus

28. Dezember 2021 - 17:19 Uhr

Neue Reform in der Lehramtsausbildung bereitet Studierenden Kopfschmerzen

Dass das Lehramtsstudium einer Überarbeitung bedarf, da sind sich Kultusminister Alexander Lorz (CDU), die Studierenden und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) einig.
An der Umsetzung hapert es aber, wie uns der Vorsitzende der GEW Thilo Hartmann im RTL-Interview mitteilt.

Das sind die geplanten Änderungsvorschläge im Gesetzesentwurf

Die Lehrerausbildung soll in Zukunft mehr Stoff im Bereich Digitalisierung und Medienbildung umfassen. Weiterhin soll die Integration von Schülerinnen und Schülern, deren Herkunftssprache nicht deutsch ist, gefördert werden. Zudem soll der Quereinstieg in den Lehrerberuf vereinfacht werden. Grund dafür: Der immer größer werdende Lehrermangel.

Bis dahin sind sich die drei Parteien auch noch einig. Es soll darüber hinaus aber noch ein zusätzliches Praxissemester eingeführt werden.

Integration eines Praxissemesters ins Studium

Kultusminister Alexander Lorz traf sich im Vorfeld mit Lehrerinnen und Lehrern und steht laut eigener Aussage im ständigen Kontakt mit den Studierendengewerkschaften der zukünftigen Lehrer.

Daraus resultierte unter anderem die Einführung eines Praxissemesters. Dafür erntete er Kritik von der GEW und vielen Studierenden. Grund dafür ist der enorme zeitliche Aufwand, der noch zusätzlich in den bestehenden Studiengang integriert wird. Dies alles bei gleich bleibender Regelstudienzeit. Zudem teilte uns Studentin Kyra Beninga im RTL-Interview mit, dass das unbezahlte Praxissemester nicht vereinbar mit einem Nebenjob sei. So kommt neben enormen zeitlichen Aufwand natürlich auch die finanzielle Problematik, da man neben dem Vollzeitpraxissemester nur schwer nebenher arbeiten kann.

Etwas Ähnliches ist bereits nach Abschluss des Studiengangs fest vorgeschrieben: Das Referendariat. Dieses dauert in den meisten Bundesländern üblicherweise 18 Monate. Hier werden die Absolventen an Schulen geschickt, in denen sie praktische Erfahrung als Lehrkraft sammeln sollen. Diese Tätigkeit ist aber im Gegensatz zu dem neuen Entwurf des Praxissemesters mit einem "Beamtenanwärtergehalt" vergütet. So besteht kein Bedarf an einem Nebenjob.

Kultusminister Lorz verweist hier auf die üblichen Unterstützungsmöglichkeiten wie BaföG. Da viele Studierende aber immer noch nicht für die Förderung berechtigt sind, solang diese nicht elternunabhängig ist, ist ihnen auch mit diesem Hinweis nicht geholfen.

(esc)