Bewegende Mahnwachen für 23-Jährige

Lehrerin beim Joggen totgeprügelt: Mord an junger Frau wühlt Irland auf

Irland: Joggerin Ashling Murphy getötet.
Irland: Joggerin Ashling Murphy getötet.
© deutsche presse agentur

15. Januar 2022 - 13:54 Uhr

Ashling Murphys sinnloser Tod hat ein ganzes Land erschüttert. Die 23-jährige Grundschullehrerin war am Mittwochnachmittag beim Joggen am Ufer des Grand Canal im irischen Tullamore von einem Unbekannten totgeprügelt worden. Sie verstarb noch am Tatort. Während Tausende Menschen in mehreren Städten bei Mahnwachen der jungen Frau gedachten, ist die Polizei dem Täter möglicherweise bereits einen Schritt näher gekommen.

Irland: Tausende gedenken getöteter Lehrerin Ashling Murphy

Tausende Menschen haben bei Mahnwachen in mehreren Städten in Irland und der britischen Region Nordirland der getöteten Frau gedacht.
Tausende Menschen haben bei Mahnwachen in mehreren Städten in Irland und der britischen Region Nordirland der getöteten Frau gedacht.
© REUTERS, CLODAGH KILCOYNE, SEC

In vielen Städten Irlands, darunter Belfast, Londonderry, Newry und Coleraine, haben die Menschen innegehalten. An zentralen Plätzen legten sie Blumen und Kerzen nieder. In Tullamore, wo die Leiche der 23-Jährigen gefunden worden war, schlossen Geschäfte und Cafés am Freitag früher als sonst. Zahlreiche Trauernde versammelten sich in der Stadt gut 80 Kilometer westlich von Dublin in einem Park.

In der Hauptstadt Dublin nahm auch Regierungschef Micheal Martin an dem Gedenken teil. Der Mord an der Lehrerin habe das Land "in Solidarität und Abscheu" geeint, sagte er.

Wer hat die Lehrerin totgeprügelt? Polizei sucht nach Täter und Motiv

Die 23-jährige Joggerin überlebte die Prügel-Attacke nicht.
Der Täter von Ashling Murphy griff die junge Frau am Grand Canal in Irland an.
© deutsche presse agentur

Die Behörden gehen derzeit davon aus, dass es sich bei Ashling Murphy um ein Zufallsopfer gehandelt hat. Die irische Polizei hatte zunächst einen 40-jährigen Mann festgenommen und verhört. Dieser wurde danach aber wieder freigelassen und gilt nicht länger als verdächtig.

Nun gab die Polizei bekannt, eine "für den Fall interessante Person identifiziert" zu haben. Sie warte darauf, den Mann zu vernehmen, der wegen einer Reihe von Verletzungen noch in ärztlicher Behandlung sei. Weitere Details wurden nicht bekannt.

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In Dublin drückten viele Menschen ihre Anteilnahme aus und demonstrierten gegen Gewalt an Frauen.
In Dublin drückten viele Menschen ihre Anteilnahme aus und demonstrierten gegen Gewalt an Frauen.
© REUTERS, CLODAGH KILCOYNE, SEC

Das Verbrechen hat eine neue Diskussion über die Sicherheit von Frauen auf der irischen Insel ausgelöst. Die 23-Jährige war am Mittwochnachmittag getötet worden, als sie an einem Kanal joggen war - einer beliebten Strecke von Radfahrern und Läufern. "Es gibt eine Epidemie der Gewalt gegen Frauen. Das ist schon seit Jahrtausenden so", sagte Vizeregierungschef Leo Varadkar. Präsident Michael D. Higgins rief die Bevölkerung dazu auf, eine "freundlichere, mitfühlendere und empathischere Gesellschaft" zu bauen.

Auch online teilen viele Menschen ihre Trauer und Wut. Mit Hashtags wie: "#stopkillingwomen" (zu Deutsch: stoppt die Frauenmorde) und "shewasgoingforarun" (zu Deutsch: sie ging 'nur' joggen) drücken viele ihre Anteilnahme aus. (dpa / sbl)