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Legionellen auf dem Vormarsch - was Sie bei der Rückkehr aus dem Urlaub beachten sollten!

Wie gefährlich sind diese Bakterien?

Legionellen auf dem Vormarsch - was Sie bei der Rückkehr aus dem Urlaub beachten sollten!

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Eine Infektion durch Legionellen erfolgt über das Einatmen von belasteten Wassermolekülen

Legionellen: Legionärskrankheit kann tödlich enden

Sie lauern in unserem Trinkwasser und verursachen die lebensgefährliche Legionärskrankheit - winzig kleine Bakterien, die sogenannten Legionellen. Das Trinken von kontaminiertem Wasser ist nicht gefährlich, nur tief in der Lunge lösen die Stäbchen-Bakterien Krankheiten aus. Sie werden vor allem über den Wasserdampf - etwa unter Dusche - übertragen und dann eingeatmet. Wir erklären, wie Sie in Ihrem Zuhause Vorkehrungen treffen.

Urlaubszeit ist Legionellenzeit

Legionärskrankheit ist extrem gefährlich
Legionellen: Eine Gefahrenquelle für die Legionärskrankheit sind Duschen - aber auch Rasensprenger und Klimaanlagen.
Arman Zhenikeyev

Je länger die Wasserleitung nicht benutzt wurde, umso mehr Legionellen-Bakterien sammeln sich dort - also gerne in der Urlaubszeit. Die Legionellen nisten sich in alten und kaputten Rohren und Rohrleitungssystemen ein. Wenn das Wasser nicht genügend zirkuliert, können sich die Organismen gut entwickeln.

Wer also mit Wasser in Kontakt kommt, das lange in der Leitung stand, ist potenziell gefährdet. Zum Beispiel, wenn Sie nach einem längeren Urlaub zurück nach Hause kommen.

Es kann jeden treffen

Im schlimmsten Fall kann die Legionärskrankheit zu einer Lungenentzündung führen - und dann durchaus tödlich enden. Auch Gudrun Sucker aus Berlin verlor ihren Mann, weil er sich mit Legionellen infiziert hatte.

Allgemeinmediziner Dr. Peter Karsten erklärt: "Eine Lungenentzündung verläuft bei älteren Menschen oder Vorerkrankten oft schwer. Hier stellen Legionellen eine hohe Gefahr dar! Für gesunde Menschen ist die Legionellenkrankheit nicht sonderlich gefährlich. Die haben ja stärkere Abwehrkräfte. Die Wahrscheinlichkeit, an einer schweren Lungenentzündung zu erkranken, ist also sehr gering. Man muss aber sagen: Es kann jeden treffen!"

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Legionellen: Symptome und Behandlung

Grundsätzlich gilt: Die Symptome der Legionärskrankheit sind denen einer Grippe ähnlich. Die infizierte Person fühlt sich schlapp, bekommt Fieber. Husten und Schnupfen sind nicht selten. Etwa zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung geht es meistens los: Glieder- und Kopfschmerzen gehen einher mit schlimmem Husten. Das ist aber erst der Anfang. Innerhalb kurzer Zeit kommen hohes Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen im Brustraum dazu.

Mediziner behandeln die Legionärskrankheit mit Antibiotika - Penicillin hilft aufgrund einer Resistenz des Erregers nicht. Die Erkrankung wird auch heute noch oft nicht als solche erkannt und häufig erst recht spät behandelt. Gegen Legionellen gibt es keine Schutzimpfung.

Wie kann ich mich vor Legionellen schützen?

  • Wer öffentliche Duschen benutzt, sollte am besten vor dem Duschen erst einmal zwei Minuten richtig heißes Wasser (ab 60 Grad) durchlaufen lassen. Auch bei Wasserhähnen an Waschbecken ist das sinnvoll. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit, Legionellen einzuatmen, da die Ausbreitung der Bakterien eingedämmt wird.
  • Unter gewissen Umständen sind seit 2018 Vermieter verpflichtet, das Trinkwasser regelmäßig auf Legionellen zu kontrollieren. Das betrifft in der Regel Mehrfamilienhäuser mit mehr als drei Wohneinheiten. Fragen Sie nach! Versäumt ihr Vermieter eine Prüfung, drohen ihm rechtliche Konsequenzen.
  • Sie können Ihr Wasser auch mit einem frei verkäuflichen Wassertest eigenständig testen. Aber Achtung! So ein Test hat im Härtefall vor Gericht keinen Wert, da kein zertifiziertes Personal den Test durchgeführt hat.
  • Klimaanlagen und Luftbefeuchter als Gefahrenquelle sollten regelmäßig gewartet werden.
  • Legionellenfilter können vorbeugen, da sie mikrokleine Bakterien filtern können. Diese können Sie auch selbstständig zum Beispiel im Duschkopf anbringen.

Legionellen kommen vor allem da vor, wo erwärmtes Wasser (etwa zwischen 25 und 50 Grad) ihnen optimale Bedingungen für die Vermehrung bietet. Diese Begebenheiten können in Schwimmbädern, Whirlpools, öffentlichen Duschen, Rasensprengern, Klimaanlagen, Krankenhäusern und Wassertanks vorkommen.