Kurz vor der Hinrichtung: DAS sind die letzten Worte von Todeskandidaten

12. Februar 2016 - 16:00 Uhr

Harte aber ehrliche Worte

Es sind Vergewaltiger und Mörder, die nicht nur das Leben ihrer Opfer, sondern auch das der Angehörigen zerstört haben. In Amerika wurden sie dafür zur Todesstrafe verurteilt. 28 Menschen wurden letztes Jahr in den USA hingerichtet, davon 13 in Texas. Das 'Texas Department of Criminal Justice' hat nun die letzten Worte von Häftlingen am Tag ihrer Exekution veröffentlicht.

Manche Todeskandidaten warten zehn Jahre und länger auf den Tag ihrer Hinrichtung. Eine lange Zeit, um über die Taten nachzudenken und sich mit dem Schicksal abzufinden. Der Glaube an Gott und ein Leben nach dem Tod spielen dabei oft eine wichtige Rolle. "Ich bin bereit nach Hause zu gehen", sagt Derrick Charles, der im Mai 2015 wegen Mordes an seiner Freundin und deren Mutter hingerichtet wurde. Viele Häftlinge glauben daran, im Himmel verstorbene Familienmitglieder oder Freunde wieder zu treffen und ein neues Leben beginnen zu können. Für sie ist es "ok" zu gehen.

"Nichts, was ich jetzt sage, könnte rückgängig machen, was passiert ist. Ich bitte um Vergebung. Mija, ich liebe dich. Schwester Cynthia und Sandy: Macht weiter so. Alles wird wieder gut. Es tut mir leid, dass ich euch das angetan habe", erklärt David Martinez. Er wurde 2009 hingerichtet, weil er seine Freundin und ihren Sohn umgebracht hat.

"Alles was ich noch sagen möchte, ist, dass ich unschdulig bin"

Andere Todeskandidaten beteuern vor der Hinrichtung nochmals ihre Unschuld. "Alles, was ich noch sagen möchte, ist, dass ich unschuldig bin. Ich schwöre bei Gott, dass ich meine Frau nicht umgebracht habe", sagt Keith Thurmond, der 2012 mit der Giftspritze getötet wurde. Ihm wurde vorgeworfen, seine Frau und deren Freund ermordet zu haben. Einige Verurteilte äußern sogar vor dem Tod nochmal ihre Vermutungen, wer der wahre Mörder der Opfer sei, und bitten die Justiz um neue Ermittlungen, während sie wissen, dass sie nichts mehr vor dem Tod bewahren wird.

Die Häftlinge kritisieren teilweise auch das Justizsystem in Amerika. "Ich möchte mich gegen die Ausführung der Todesstrafe aussprechen, auch wenn ich in meinem Fall nichts bedauere. Die Todesstrafe ist eine unnütze Strafe für die Gesellschaft, die andere Wege gehen könnte, um sich selbst zu schützen. Man kann einen Tod nicht durch einen zweiten Tod rächen", erklärt Timothy Gribble, der 2002 wegen Vergewaltigung und Mordes hingerichtet wurde.

Jose Santellan, der 2002 für den Mord an seiner Freundin umgebracht wurde, denkt kurz vor dem Tod an all die anderen Todeskandidaten, die noch auf ihre Hinrichtung warten: "An die Jungs in der Todessschlange, bleibt stark, ich hoffe wir sehen uns irgendwann wieder. Macht euch keine Sorgen um mich." Und auch wenn die Zahlen der Hinrichtungen in den USA in den letzten Jahren deutlich gesunken sind, ist die Anwendung der Todesstrafe in 31 von 50 US-Staaten noch legal.

Wie viele Todeskandidaten ihre letzten Worten aber gezielt an die Familien ihrer Opfer richten und was sie ihnen noch zu sagen haben, sehen Sie im Video!