Kurioses US-Gesetz: Fotos unter fremde Röcke sind ab sofort verboten

Wer heimlich unter fremde Röcke fotografiert, muss im US-Staat Massachusetts ab sofort mit hohen Strafen rechnen.
Wer heimlich unter fremde Röcke fotografiert, muss im US-Staat Massachusetts ab sofort mit hohen Strafen rechnen.
© picture alliance / Bildagentur-o

08. März 2014 - 13:37 Uhr

"Krimineller Voyeurismus"

Im US-Bundesstaat Massachusetts sind so genannte 'Upskirt'-Fotos ab sofort verboten. Nach einem Gerichtsurteil drohen für heimliche Aufnahmen unter die Röcke anderer Menschen hohe Strafen. Die Entscheidung hat einen ernsten Hintergrund.

Nach einem umstrittenen Urteil eines US-Gerichts gilt im Bundesstaat Massachusetts ein zunächst kurios klingendes Gesetz: Für heimliche Aufnahmen des Intimbereichs Fremder drohen Strafen bis zu 5.000 US-Dollar (3.600 Euro) und zweieinhalb Jahre Haft. Für entsprechende Aufnahmen von Minderjährigen sind die Strafen noch höher.

Gouverneur Deval Patrick ließ das Gesetz zu "kriminellem Voyeurismus" am Freitag in Kraft treten. Die so genannten 'Upskirt'-Fotos sind damit offiziell tabu.

Alte Gesetzeslücke geschlossen

Was zunächst lustig klingt, hat aber durchaus einen ernsten Hintergrund. Der US-Staat hat mit der Entscheidung eine alte Gesetzeslücke geschlossen. Im Jahr 2010 hatte ein Mann in einer U-Bahn mehreren Frauen mit seinem Handy unter die Röcke fotografiert. Einen Tag nach dieser Tat wurde er festgenommen, als er einer weiteren Frau in den Schritt filmte.

In einem umstrittenen Urteil erklärte ein Gericht in Boston solche Fotos nur dann für illegal, wenn der Intimbereich "nackt oder teilweise nackt" zu sehen sei. Demnach hatte der Mann keine Straftat begangen. Rund 48 Stunden später reagierte Gouverneur Patrick mit dem neuen Gesetz.