Bekannter Vogel-Schützer bekommt ganz unerwarteten Nachwuchs

Küken schlüpft aus Discounter-Ei: Nanu, wo kommst du denn her?

Küken „Netto“ schlüpfte aus einem Discounter-Ei.
Küken „Netto“ schlüpfte aus einem Discounter-Ei.
© Privat

06. Mai 2022 - 15:17 Uhr

Gerhard Wendl, bekannter Vogel-Schützer und Vogel-Experte, staunte nicht schlecht: Denn mit diesem Küken hatte er gar nicht gerechnet. Außerdem sah es so anders aus als seine Artgenossen. Was war bloß passiert? Eine gründliche Untersuchung der Brutstätte brachte schließlich Licht ins Dunkle.

„Vogelpapa“ Wendl wollte Brutvorgang seiner Henne unterstützen

Das Sprichwort "Die gleichen sich wie ein Ei dem anderen" konnte man wohl noch nie so wörtlich nehmen wie in diesem Fall. Eigentlich wollte der bekannte "Vogelpapa" Gerhard Wendl nur den Brutvorgang seiner Henne unterstützen und legte deswegen ein paar Discounter-Eier zu den frisch gelegten. Markiert mit einem "X", damit man sie später wieder rausnehmen kann. Doch dann gab es eine flauschige Überraschung.

Denn ein Ei ging dabei wohl unter und blieb im Nest der Henne, die das Ei direkt als ihr eigenes anerkannte und mit unter ihren Bauch schob. Ein paar Tage später schlüpft dann ein Küken, das im Nachhinein "Netto" getauft wurde – und sorgt für viele Fragezeichen: "Ich hatte am Anfang sieben Eier gezählt, aber da waren acht Küken", erzählt Wendl, der im bayerischen Olching eine Auffangstation für Vögel betreibt, gegenüber RTL.

Ein Blick ins Nest gibt die Erklärung

Küken und Huhn in Gehege
"Netto" freut sich ein Teil der neuen Familie zu sein
© Privat

"Erst nach einigen Tagen habe ich die Brut-Box rausgeholt und mir die Eierschalen angeschaut: eine davon dunkelbraun mit Kreuz darauf. Jetzt dämmerte es mir, das war ein Ei vom Discounter!", erinnert sich der Vogelpapa. Er ist überrascht, denn da muss eine ganze Kette von Zufällen zusammengekommen sein: Ein befruchtetes Ei muss durchgerutscht sein, es bis zum Markt geschafft und im Discounter überlebt haben. Und dann zufälligerweise ausgerechnet von Gerhard Wendl ausgesucht – und dann auch noch von der Henne ausgebrütet worden sein.

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„Netto“ wird von den anderen Küken voll akzeptiert

Dass "Netto" anders ist, stört den Rest der fedrigen Familie aber nicht. "Netto ist viel größer als die anderen und hat eine rote Schnabelspitze. Aber die hüpfen trotzdem alle zusammen hier rum", freut sich Gerhard Wendl. Eine super Patch-Work-Familie also – und wer weiß, was die nächsten Discounter-Eier so bereithalten. (uzi)