Studie aus Heidelberg macht Hoffnung

30.000 weniger Krebstote durch Vitamin D möglich? Experte schätzt ein

Vitamin D taucht in vielen Nahrungsmitteln und in Sonnenlicht auf. Es gibt aber auch Tabletten als Nahrungsergänzungsmittel.
Vitamin D taucht in vielen Nahrungsmitteln und in Sonnenlicht auf. Es gibt aber auch Tabletten als Nahrungsergänzungsmittel.
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15. Februar 2021 - 10:00 Uhr

Experten: Sterberate kann um 13 Prozent verringert werden

Vitamin D gilt häufig als DAS Wundermittel. Das Vitamin, das wir über die Sonne, über Fisch oder Avocados aufnehmen können, stärkt tatsächlich unser Immunsystem. Besonders in der älteren Bevölkerung und bei Krebspatienten ist Vitamin D-Mangel aber weit verbreitet. Forscher haben herausgefunden, dass die Einnahme des Vitamins die Sterberate an Krebs um beachtliche 13 Prozent verringern kann. Krebs-Experten vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) liefern dazu eine weitere beeindruckende Zahl.

30.000 Krebstote weniger

Forscher vom DKFZ in Heidelberg haben die Ergebnisse von weltweiten Studien jetzt auf Deutschland übertragen. Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung ab 50 Jahren könnte demnach allein in Deutschland jedes Jahr bis zu 30.000 Todesfälle durch Krebs verhindern.

"Die Mehrheit der älteren Bevölkerung hat einen Vitamin D Mangel und würde von einer Vitamin D Suplementierung profitieren", so Brenner gegenüber RTL. Beim Arzt könne man seinen Vitamin D Spiegel bestimmen lassen und "dann die bestmögliche Dosierung besprechen. Da das aber oft nicht gemacht wird, ist es aus meiner Sicht auch vertretbar, dass Vitamin D in Dosierungen, bei denen man nicht mit schweren Nebenwirkungen rechnen muss, auch einfach so einzunehmen ist", sagt Hermann Brenner vom DKFZ.

Eine Bestimmung des Spiegels beim Arzt sei häufig auch erheblich teurer als Vitamin D selbst. Auch das haben die Forscher untersucht.

"Im Vergleich zu herkömmlichen Krebstherapien ist Vitamin D in den üblichen Tagesdosen vergleichsweise günstig." Die Behandlung pro Jahr würde etwa 25 Euro kosten.

Die Studien beziehen sich auf die reine Vitamin D-Einnahme, sagt Brenner. Pillen die man im Drogeriemarkt bekommt seien häufig ein Mix aus mehreren Präparaten.