Schmerztherapie-Team mit besonderem Ansatz

Krankenkassen zahlen nicht! Krebs-Helden der Kinderklinik sind auf Spenden angewiesen

Das Hauner-Schmerz-Team wurde im Jahr 2019 gegründet.
Das Hauner-Schmerz-Team wurde im Jahr 2019 gegründet.
© dpa, Peter Kneffel, kne sja

06. Dezember 2021 - 12:02 Uhr

Horror-Diagnose Krebs

Im Juli 2020 bekam die 16-Jährige Sophia die Horror-Diagnose Krebs. Ein seltener und gefährlicher Tumor war in ihrem Nasen-Rachen-Raum gewachsen. Sophia muss mehrere Chemo-Therapien durchlaufen, die bei ihr starke Schmerzen im Mund verursachten. In solchen Fällen kommt das Hauner-Kinder-Schmerz-Team ins Spiel. Sie versuchen durch gezielte Therapien die Schmerzen von Kindern zu lindern. Ihre Arbeit wird in einem Film auf YouTube dokumentiert. Ihr Auftrag: unglaublich wichtig! Aber: Die Krankenkassen zahlen die Leistung des Teams nicht!

Ihr Auftrag: Schmerzen lindern

Das Hauner-Schmerz-Team wurde im Jahr 2019 gegründet. Es arbeitet am Haunerschen Kinderspital und Teil der Ludwig-Maximilians-Universität in München. "Das war ein sehr wichtiger und besonderer Schritt", erzählt Kinderchirurgin Dr. Martina Heinrich im YouTube-Film, der über das Schmerz-Team erstellt worden ist. "Durch das Kinder-Schmerz-Team haben jetzt die Mitarbeiter aller Fachbereiche die Möglichkeit, sich Hilfe und Unterstützung zu holen, um diese Schmerztherapie bestmöglich zu gestalten." Auch Sophia arbeitete mit Schmerz-Therapeuten zusammen. Nach ihrer Krebs-Diagnose im Juli 2020 durchläuft sie insgesamt drei Chemo-Blöcke. Die tolle Nachricht: Im Dezember 2020 erfährt sie, dass der Tumor sich vollständig zurückgebildet hat. Geholfen hat ihr in dieser Zeit auch die Therapie-Ansätze des Hauner-Schmerz-Teams: "Die Schmerztherapeuten haben mir verschiedene Methoden gezeigt, wie ich mit meinen Schmerzen und meiner Übelkeit umgehen konnte", erzählt Sophia im Film.

Lese-Tipp: Neue Corona-Variante Omikron trifft offenbar zunehmend Kleinkinder

Akupressur und Traumreisen

Unter anderem Akupressur-Punkte, die Sophia drücken musste und ihre Übelkeit sofort erleichterte. Das habe sie wirklich fasziniert. Super gefallen hätten ihr auch die Traumreisen: "Da werden einem einfach Geschichten erzählt und du kannst für einen Moment einfach deine Schmerzen und deine Übelkeit vergessen und lebst einfach in dieser Welt der Geschichte." Bei der Behandlung setzt das Team nämlich auch zunehmend auf nicht-medikamentöse Behandlungen und Verfahren aus der Komplementärmedizin. Viele Ansätze sind vielversprechend, die Kosten aber sind hoch.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Spenden sind nötig

In der Schmerzambulanz werden jedes Jahr 300 chronisch kranke Kinder behandelt Insgesamt rund 60.000 Kinder versorgt das Haunersche pro Jahr, schreibt die "TZ". Und bei Visiten sehe auch das Schmerz-Team nach den kranken Kindern. Das Problem aber: Die Krankenkassen finanzieren das Projekt nicht. Und die Klinik kann die Kosten nicht decken. Deshalb sei das Schmerz-Team auf Spenden angewiesen. "Es darf nicht an Geld scheitern!", fordert Ärztin Martina Heinrich in der "TZ". Eine ganzheitliche Therapie gegen Schmerzen solle dagegen Teil einer jeden Kinderklinik sein. (xst)