Kommender Herbst und Kontaktbeschränkungen als Auslöser

Krätze und Läuse kommen: So schützen Sie Ihre Kinder vor einer Ansteckung

Laut eines Senftenberger Kinderarztes treten Läuse und Krätze aktuell wieder öfter auf.
Laut eines Senftenberger Kinderarztes treten Läuse und Krätze aktuell wieder öfter auf.
© iStockphoto

07. September 2021 - 12:59 Uhr

Dr. Specht erklärt Zusammenhang zwischen Lockdown und erhöhter Ansteckungsgefahr

Auch wenn wir uns aktuell über sommerliche Temperaturen freuen können, steht der Herbst vor der Tür. Und das bedeutet Läuse-Zeit! Vor allem bei Kindern setzen sich die Insekten gerne auf den Kopf und verbreiten sich. Auch die Krätze ist aktuell auf dem Vormarsch, unter anderem begründet durch gewisse Maßnahmen aufgrund des Coronavirus wie die Maskenpflicht oder die Kontaktbeschränkungen. Woran das liegt und wie Sie ihr Kind vor einer Ansteckung schützen können, erklärt RTL-Medizinexperte Dr. Christoph Specht.

Herbst-Zeit ist Läuse-Zeit

"Läuse sind eine klassische Herbst-Krankheit. Das hat nicht unbedingt, so wie die Krätze, etwas mit dem Immunsystem zu tun. Im Vergleich zum letzten Jahr wird dieses Jahr mit Sicherheit eine Steigerung der Ansteckungen zu erkennen sein. Das liegt daran, dass im letzten Jahr aufgrund des Lockdowns die Kontakte sehr eingeschränkt und Schulen und Kindergärten geschlossen waren, sodass sich die Läuse nicht ausbreiten konnten. Jetzt ist die Kontakthäufigkeit und die Möglichkeit einer Ansteckung sehr viel höher", erklärt Arzt Dr. Specht.

So schützen Sie sich und Ihre Kinder vor Läusen

Wenn die fiesen Krabbeltierchen einmal in den Haaren sind, ist es zu spät. Doch es gibt ein paar Möglichkeiten, die Kinder vor einem Läusebefall zu schützen:

RTL NEWS empfiehlt

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  • Hat Ihr Kind lange Haare, sorgen Sie dafür, dass es mit einer Flechtfrisur, die eng am Kopf liegt, in die Kita oder in die Schule geht. Offene Haare lieben Läuse nämlich sehr – bei zusammengebundenen Haaren haben sie hingegen schlechtere Chancen sich auszubreiten.
  • Basecap oder Kopftuch sehen nicht nur süß aus. Sie machen den Krabbeltierchen auch das Leben schwer und lassen Sie nicht an die Kopfhaut heran.
  • Achten Sie darauf, dass die Kleinen die Kopfbedeckungen nicht untereinander tauschen – ansonsten kann der Schuss schnell nach hinten losgehen.
  • Tauschen Sie Jacken, Matschanzüge, Mützen und was noch so in der Schul- und Kitagarderobe hängt, jetzt in der Winterzeit regelmäßig aus und waschen Sie die Sachen gründlich.

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Ein gutes Immunsystem kann Krätze abwehren

So schützen Sie ihr Kind vor Krätze

"Die Krätze kommt bei uns in Nordeuropa hauptsächlich im Herbst vor. Hinzu kommt die Pandemie – während des Lockdowns waren die Kinder deutlich mehr voneinander getrennt. Und wenn es weniger Kontakte gibt, können sich auch die Milben der Krätze nicht verbreiten. Außerdem kann ein gutes Immunsystem einige wenige Milben besser abwehren und das Auftreten von Symptomen verhindern. Bei einem schwachen Immunsystem kann die gleiche Anzahl an Milben zu den typischen Krätze-Symptomen führen. Die Kontaktbeschränkungen und die Maskenpflicht haben zu einer Schwächung des Immunsystems geführt", so Dr. Specht. Das liege daran, dass die Menschen lange Zeit mehr oder weniger komplett von Viren und Bakterien abgeschirmt waren.

Darauf sollten Sie achten!

Generell gilt: Solange Ihr Kind in Kontakt mit anderen Menschen ist, ist es kaum möglich, sich effektiv vor einer Ansteckung mit der Krätze zu schützen. In erster Linie ist es wichtig, intensiven Körperkontakt mit Menschen zu vermeiden, die an Krätze erkrankt sind, da sich die Krankheit so überträgt. Außerdem sollten Sie folgendes beachten:

  • langärmlige, eng anliegende Kleidung
  • Kleidung und Bettwäsche der erkrankten Person alle 12 bis 24 Stunden wechseln
  • Kleidung bei 60 Grad waschen, da so die Milben abgetötet werden können
  • Dinge, die möglicherweise mit Krätze befallen sind und nicht gewaschen werden können, sollten sieben Tage lang im Freien gelüftet oder 14 Tage in Plastiktüten verpackt werden (jos)