Sie dachte, das Absprung-Signal gelte ihr

Tödlicher Bungee-Unfall in Kolumbien: Frau (25) springt versehentlich ohne Seil

Yecenia Morales Gómez (25) starb bei einem Bungee-Sprung, weil sie noch nicht am Sicherheitsseil befestigt war.
Yecenia Morales Gómez (25) starb bei einem Bungee-Sprung, weil sie noch nicht am Sicherheitsseil befestigt war.
© tiktok/yisparra/Kollage RTL

27. Juli 2021 - 10:24 Uhr

25-Jährige war noch nicht gesichert, als sie sprang

Yecenia Morales Gómez wollte mit ihrem Freund ein kleines Abenteuer erleben. In Amagá (südlich von Medellín) wollte das kolumbianische Paar auf einer Brücke einen Bungee-Sprung wagen. Doch der Ausflug endete in einer Katastrophe: Die 25-Jährige, die schon mit ihrem Sprunggeschirr auf der Absprungplattform wartete, verstand ein Signal des Bungee-Trainers falsch und sprang. Weil sie noch nicht an einem Sprungseil hing, stürzte die junge Frau in den Tod.

Yecenia Morales Gómez stürzte von der Brücke in den Tod

"Sie hat sich geirrt", sagte Gustavo Guzmán, der Bürgermeister der Gemeinde, der Zeitung "El Tiempo" nach dem Unglück. "Ihr Freund sollte bei dem Signal springen, er war auch schon beim Sicherheitsteam." Im nächsten Moment war es schon zu spät. Yecenia stürzte ohne Seil, ohne Sicherung von der Brücke. Ihr Freund, die Bungee-Trainer und die anderen aus der Gruppe konnten nur noch entsetzt hinterherschauen. Ein Augenzeuge filmte die dramatische Szene, die Aufnahme oben zeigt die Gruppe auf der Brücke vor dem tödlichen Missverständnis.

Yecenia schlug unterhalb der Brücke im Gestrüpp auf. Ihr Freund rannte sofort den Abhang neben der Brücke herunter, um ihr zu helfen. Dabei verletzte er sich selbst leicht. Als er bei seiner verunglückten Freundin ankam, versuchte er noch, sie wiederzubeleben – vergeblich. Als die Rettungskräfte vor Ort eintrafen, konnten sie kein Lebenszeichen bei Yecenia mehr erkennen. Sie kam ins Krankenhaus, aber auch dort konnte ihr niemand mehr helfen. Kolumbianische Medien berichten, dass die 25-Jährige an einem Herzstillstand starb, den sie offenbar noch während des Sturzes erlitt.

Bruder der Toten erhebt schwere Vorwürfe gegen Bungee-Betreiber

Wie genau es zu der tödlichen Verwechslung kommen konnte, wird nun ermittelt. Laut dem Sender "Noticias Caracol" soll das Paar mit einer Gruppe von etwa 90 Teilnehmern auf die Brücke gegangen sein, um von dort an einem Gummiseil in die Tiefe zu springen. Yecenia, die als Anwältin arbeitete, soll die letzte gewesen sein, die an dem Tag springen sollte.

Der Bruder der Toten erhebt allerdings schwere Vorwürfe. Er sagt, dass seine Schwester vor dem Sprung am 18. Juli allein gelassen worden sei. Die Bungee-Trainer seien woanders beschäftigt gewesen. Sie habe schon mit dem Geschirr auf der Sprungplattform gestanden. Als sie dann das Signal hörte, sprang sie – ohne dass jemand sie vorher gesichert hatte. Laut "Publimetro" soll es das erste Mal gewesen sein, dass Yecinda die Extremsportart Bungee-Jumping ausprobierte.

Doch damit nicht genug der dramatischen Umstände: Laut dem Bürgermeister soll das Unternehmen, das die Sprünge von der Brücke anbot, nicht einmal eine Genehmigung gehabt haben. Guzmán kündigte im Interview mit "Noticias Caracol" Maßnahmen gegen diese "Verantwortungslosigkeit" an. (jgr)

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