Name der Kekse deutet darauf hin

Können diese Kekse Blähungen lindern?

Helfen diese Kekse gegen Blähungen?
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30. Oktober 2020 - 14:19 Uhr

McVitie's Digestives wurden erfunden, um Blähungen zu lindern

Kekse sind eine großartige Erfindung. Das sehen auch die Fans von McVitie´s Digestives so, die sie zu den beliebtesten Keksen Großbritanniens gekürt haben. Dabei wurden die Kekse gar nicht erfunden, um die Lust auf Süßes zu stillen, sondern um Blähungen vorzubeugen. Kekse gegen Blähungen? Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Kann das wirklich funktionieren? Unsere Ernährungsexpertin Nora Rieder nimmt die Kekse einmal unter die Lupe.

Name weist auf die verdauungsfördernde Wirkung hin

In dem Buch "The Biscuit: The History Of A Very British Indulgence" von Lizzie Collingham ist zu lesen, dass McVitie's seine Digestive für verdauungsfördernde Zwecke entwickelt hat. Dies bestätigt auch Fabrikleiter Paul Senior.

Auf die verdauungsfördernde Wirkung der Kekse deutet bereits der Name "Digestives" hin: Im Gegensatz zum Aperitif, der ja eher den Appetit anregen soll, soll ein Digestif - nach der Mahlzeit eingenommen – die Verdauung anregen. Doch können die Kekse tatsächlich Blähungen vorbeugen? Ein Blick auf die Zutatenliste soll die Antwort geben.

McVitie's Digestives Kekse
McVitie's Digestiveswurden erfunden, um Blähungen zu lindern. Aber können sie das wirklich?
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Blick auf die Zutatenliste liefert Antworten

"Die Kekse bestehen in erster Linie aus Weizenmehl, Palmöl und Zucker. Außerdem enthalten sie mit 13 Prozent einen relativ geringen Anteil Weizenvollkornmehl, daneben Invertzuckersirup, Backtriebmittel (Natriumcarbonate, Äpfelsäure) und Speisesalz", fasst Ernährungsexpertin Nora Rieder zusammen.

"Diese Rezeptur unterscheidet sich nicht wesentlich von der vieler anderer, industriell gefertigter Kekse", so Rieder. "Weizenmehl wird häufig bei der Herstellung von Keksen und Kuchen verwendet. Durch die starke Ausmahlung enthält es in der Regel kaum noch Nährstoffe und sorgt dafür, dass unser Blutzuckerspiegel stark ansteigt – das gilt noch einmal mehr für Zucker, der förmlich ins Blut schießt". Da der Blutzuckerspiegel leider genauso schnell wieder abfalle, bekämen wir kurz darauf schon wieder Hunger. Der hohe Zucker- und Weißmehlgehalt mache sie insgesamt recht leicht verdaulich.

"Palmöl ist ein sehr günstiges Fett und wird daher in der Lebensmittelindustrie häufig eingesetzt, obwohl es aus ernährungswissenschaftlicher und ökologischer Sicht gemieden werden sollte", so die Expertin.

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Kekse stehen zu Recht im Süßigkeitenregal

Letztlich habe lediglich der Anteil an Vollkorngetreide einen minimal positiven Effekt auf die Verdauung. "Somit sollten wir auch diese Kekse eher als das sehen, als was sie auch verkauft werden: als Süßigkeit und nicht als Verdauungshilfe", fasst Rieder zusammen.

Allerdings mache der hohe Zucker- und Weißmehlanteil die Kekse leicht verdaulich. "Sie enthalten kaum Ballaststoffe, die unter anderem für eine längere Verweildauer im Magen-Darm-Trakt und dadurch für eine längere Sättigung sorgen", so Rieder. Dies sei in diesem Fall aber nicht positiv zu werten, da Zucker und Weißmehl nur sparsam verzehrt werden sollten.

Am besten sei es, die Kekse einfach selbst zu backen und dabei beispielsweise mit Haferflocken anzureichern. "Haferflocken liefern hochwertiges Eiweiß, viele Ballaststoffe und machen somit langanhaltend satt", fasst Rieder zusammen.

Das hilft gegen Blähungen

Auch wenn Blähungen in den meisten Fällen harmlos sind, können sie dennoch für den Betroffenen und seine Umgebung störend sein. Es gibt verschiedene Ursachen, die zur unangenehmen Gasansammlung im Bauch führen. Zum einen kann zu schnelles und hastiges Essen dazu führen, dass zuviel Luft geschluckt wird. Ein anderer Grund ist die verzögerte Gasableitung aus dem Darm, beispielsweise bei Verstopfungen. Außerdem kann vermehrte Gasbildung im Darm die Blähungen hervorrufen. Bakterien, die im Dickdarm leben, bilden aus bestimmten Nahrungsbestandteilen Darmgase.

Wer wirklich Blähungen vorbeugen wolle, sollte die folgenden Tipps beherzigen:

  • Essen Sie langsam und kauen Sie gut. So vermeiden Sie, dass Sie viel Luft schlucken.
  • Würzen Sie Ihre Speisen mit Cayennepfeffer oder Ingwer. Diese steigern die Speichel- und Magensaftproduktion und regen die Verdauung an. Kümmel und Koriander haben übrigens eine ähnliche Wirkung.


  • Trinken Sie stilles Mineralwasser. Zu viel Kohlensäure kann Blähungen begünstigen.

  • Bewegen Sie sich regelmäßig.

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