Verrücktes Studienergebnis

Königspinguine in der Antarktis pupsen Lachgas

Königspinguine in der Antarktis scheiden mit ihrem Kot Stickstoff aus.
© imago images/imagebroker, imageBROKER/GTW via www.imago-images.de, www.imago-images.de

15. Mai 2020 - 10:10 Uhr

Werden Pinguine damit selbst zu Klimasündern?

Die Königspinguine in der Antarktis setzen durch ihren Kot klimaschädliches Lachgas frei. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie dänischer Forscher hervor. Macht das die majestätischen Vögel, die stark unter dem Klimawandel leiden, jetzt etwa selbst zu Klimasündern?

„Deutlich erhöhte Werte“ von Lachgas in Pinguinkolonien

Pinguin-Kot ist schlecht für die Umwelt, lässt sich aus einer neuen Studie aus Dänemark herauslesen. Denn durch diesen seien rund um die Kolonien der Königspinguine "deutlich erhöhte Werte" von sogenanntem Distickstoffoxid, also Lachgas, festgestellt worden, erklärte Bo Eberling, Professor für Geowissenschaften an der Universität Kopenhagen. In der Spitze wurden etwa hundert Mal höhere Werte als auf einem durchschnittlichen gedüngten Feld in Dänemark gemessen.

Lachgas ist ein klimaschädliches Treibhausgas, das zur Zerstörung der Ozonschicht beiträgt. Laut der Forscher ist es sogar 300 Mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. Auf den Gesamtenergiehaushalt der Erde hätten die Mengen, die die Königspinguine freisetzen, aber keine Auswirkungen, wie die Forscher ergänzen.

Wieso scheiden Königspinguine Treibhausgas aus?

Aber wie kommt es, dass die Vögel so viel Treibhausgas pupsen? Laut der Studie liegt das an ihrer Ernährung: Königspinguine fressen hauptsächlich Fisch und Krill. Beides enthält viel Stickstoff, der mit dem Kot wieder ausgeschieden wird. Kommt dieser mit den Bakterien im Boden in Kontakt, wird er zu Lachgas.