Koblenz: Sexueller Missbrauch in 429 Fällen – Vater vergewaltigt jahrelang seine Tochter

Sieben Jahre lang hat der Vater das Kind überall missbraucht (Symbolbild)
Sieben Jahre lang hat der Vater das Kind überall missbraucht (Symbolbild)
© dpa, Malte Christians

26. Januar 2018 - 13:46 Uhr

Im Schlafzimmer, Kinderzimmer, Bad, Küche, Keller und im Urlaub. Sieben Jahre lang dauert das Martyrium des jungen Mädchens.

Es sind erschütternde Details, die hier zur Sprache kommen: Sieben Jahre lang soll sich Zahntechniker Heinrich N. immer wieder an seiner Tochter vergangen haben. Staatsanwältin Daniela Knoop-Kosin spricht von 429 Fälle, davon 196-mal schwerer sexueller Missbrauch. Polizistin Edith T. hat Lara vernommen, sie berichtet, dass sich der Angeklagte immer gesteigert habe: "Anfangs anfassen, dann Anal-, später Oral- und schließlich vollendeten Geschlechtsverkehr in allen Varianten. Im Schlafzimmer, Kinderzimmer, Bad, Küche, Keller, Urlaub."

"Ich habe gedacht, meine Mutter macht das mit meinem Bruder genauso"

Der 51-jährige Vater hat das Kind scheinbar so manipuliert, das sie dachte, der sexuelle Missbrauch sei ganz normal. Sie hat der Polizistin bei der Vernehmung erzählt: "Ich habe gedacht, meine Mutter macht das mit meinem Bruder genauso."

Mit 14 wehrt sich das Mädchen

Als Heinrich N.s Tochter 14 Jahre alt wurde und die Periode bekam, hatte sie Angst von ihrem Vater schwanger zu werden und wehrte sich gegen seine Übergriffe. Endlich hatte das Martyrium ein Ende.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Mutter hat nichts geahnt

Landgericht in Koblenz (Rheinland-Pfalz)
Es ist ein besonders erschütternder Fall von Kindesmissbrauch, der derzeit am Landgericht Koblenz verhandelt wird (Archivfoto).
© picture alliance / dpa, Thomas Frey, tfr fdt olg

Auch Mutter Dagmar wird vor Gericht gehört – sie hat nach eigener Aussage nichts mitbekommen: "Natürlich bin ich aus allen Wolken gefallen." Ihr Mann hatte sich wohl nur am Kind vergangen, wenn sie nicht zu Hause war.

Erst als der Großvater ein Gefühl hat, das etwas nicht stimmt, fragt die 43-jährige Mutter bei ihrer Tochter nach: "Was ist los? Hat dir Papa wehgetan? Wir beide weinten, sie brach zusammen." Zur gleichen Zeit kam Vater Heinrich nach Hause und hat alles gestanden: "Es tut mir so leid, sagte er zitternd."

100.000 Euro Schmerzensgeld

Die mittlerweile 19-Jährige Frau ist so traumatisiert, dass sie nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen konnte. Als Nebenklägerin fordert sie 100.000 Euro Schmerzensgeld von ihrem Vater. Um die Übergriffe zu verarbeiten, befindet sie sich aktuell in einer Therapie.

Anzeichen für sexuellen Missbrauch und Anlaufstellen

Es ist nicht leicht körperlichen oder psychischen Kindesmissbrauch zu erkennen – und doch gibt es bestimmte Anzeichen. Auf welche Warnsignalen Sie reagieren sollten und bei welchen Anlaufstellen Sie Hilfe bekommen, habe wir hier zusammengefasst.