Mehrere Eltern solidarisieren sich mit Kita-Leitung

Sie sperrten kleinen Jungen mehrfach in Waschraum ein: Brummihof-Erzieherinnen kämpfen gegen Kündigung

Zwei Erzieherinnen und die Kita-Leiterin wurden fristlos gekündigt.
Zwei Erzieherinnen und die Kita-Leiterin wurden fristlos gekündigt.
© RTL

17. Oktober 2021 - 8:56 Uhr

Suspendierte Kita-Leitung meldet sich zu Wort

Das Drama um den fünfjährigen Jungen aus der Kita in Borgholzhausen bei Bielefeld geht in die nächste Runde. Nachdem die Leiterin und zwei weitere Erzieherinnen suspendiert und fristlos gekündigt wurden, wird es nicht ruhig um den "Brummihof". Drei Erzieherinnen sollen den Jungen mehrfach eingesperrt haben. "Entweder ist er in die Küche gekommen, wo noch eine Küchenkraft auf ihn schauen konnte oder wir haben einen einsehbaren Raum genommen", verrät die ehemalige Kita-Leiterin Sara Schürmann dem WDR jetzt im Interview.

Eltern des Jungen sollten Bescheid wissen

Dem WDR bestätigt die Kita-Leiterin auch, dass das kurze Einsperren mit den Eltern abgesprochen gewesen und sogar schriftlich festgehalten worden sein soll. Bei positivem Verhalten soll der Junge belohnt worden sein. Aus der Küche und dem einsehbaren Raum soll er dann wieder herausgelassen worden sein, wenn er sich entschuldigt hat.

Kritik am Deutschen Roten Kreuz

Der Träger des Kindergartens, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), soll mittlerweile sogar von mehreren Eltern des Kindergartens kritisiert werden. "Ich denke, viele Eltern werden mich da bestätigen, dass sie ihr Kind auch mal auf die stille Treppe setzen oder unsere Tochter muss dann halt auch mal in ihr Zimmer und muss sich beruhigen", äußert sich Daniela am Orde, eine der Mütter im WDR. Die Suspendierung sei für die betroffenen Erzieherinnen vorschnell gewesen, berichtet der Sender weiter. Die Eltern würden eine Entschuldigung vom DRK fordern. Und auch die Erzieherinnen selbst wehren sich. Rechtlich wollen sie nun gegen die Kündigung vorgehen. Sie wollen den Job behalten und als Erzieherinnen weiterarbeiten.