Fürs Fest mit den Liebsten

Experten-Tipps für Weihnachten in Corona-Zeit: Nicht Singen, kein Buffet & mehr

24.11.2020, (Modelreleased). Symbolbild, Ehepaar beschenkt sich an Heilig Abend, beide haben Mund-Nasen-Masken auf. Kont
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02. Dezember 2020 - 15:24 Uhr

Weihnachten 2020 im Zeichen der Corona-Pandemie

2020 war – gelinde gesagt – nicht das beste Jahr. Viele sehnen sich nun nach einem entspannten Weihnachtsfest und einem bisschen Normalität. Doch auch die Feiertage werden dieses Jahr im Zeichen der Pandemie stehen.

Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle bei stern.de.

Weihnachtsfest im Kreis der Liebsten bietet alle Zutaten für Virusübertragung

Der Dezember ist angebrochen, 2020 neigt sich seinem Ende entgegen – und vermutlich werden viele Menschen froh sein, einen Haken hinter dieses buchstäbliche Seuchenjahr zu machen. Vorher aber steht noch das Weihnachtsfest an. Die Bundesregierung will dafür Ende des Monats den Shutdown lockern und es Menschen erlauben, sich mit bis zu zehn Personen zu treffen. Von der Zählung ausgenommen sind Kinder unter 14 Jahren.

Doch das sind Maximalgrenzen. Kanzlerin Angela Merkel appellierte, man solle sich mit so wenigen wie möglich treffen dieses Jahr. Weihnachten bringt alle Zutaten für potenzielle Virusübertragung mit sich: Die Feiernden treffen sich in der kalten Jahreszeit, bleiben längere Zeit in geschlossenen Räumen, sprechen, lachen und essen zusammen, manche singen gemeinsam, und das alles über mehrere Tage.

Weihnachten in der Corona-Pandemie - Empfehlung: Jeder sollte für sich abwägen

Natürlich ist diese potenzielle Gefahr kein exklusiv deutsches Problem. Das wissenschaftliche Beratergremium für Notfälle der britischen Regierung hat sich in mehreren Papieren mit den anstehenden Festtagen beschäftigt und dabei einige Tipps für die Bevölkerung entwickelt. In Großbritannien wird die Gesetzeslage zu Weihnachten ähnlich sein wie in Deutschland. Und auch die Experten der SAGE (Scientific Advisory Group for Emergencies) empfehlen, dass jeder genau abwägen sollte, ob man sich wirklich mit mehreren Menschen treffen muss.

Konkrete Tipps fürs Weihnachtsfest zu Corona-Zeiten

Muss es aber unbedingt ein persönliches Treffen sein, so könne man sich ja laut den Experten vielleicht im Internet oder draußen treffen. Ob der winterlichen Temperaturen dürfte das für die wenigsten Familienfeiern Anwendung finden. Für Treffen im Inneren haben die Experten die üblichen allgemeineren Empfehlungen wie Abstand halten, Oberflächen säubern und oft und gut durchlüften. Allerdings finden sich in den Papieren auch konkrete Ratschläge für die Weihnachtsfeiertage:

  • Kinder sollten ihre Großeltern, sofern möglich, draußen im Freien treffen.
  • Die Weihnachtsfeiern sollten am weiträumigsten Ort stattfinden, der zur Verfügung steht, also etwa im größten Haus oder der größten Wohnung aller beteiligter Parteien.
  • Masken sollten solange erträglich, getragen werden.
  • Übernachtungen sollten vermieden werden. Wenn, sollten die Kinder aber bei ihren Eltern im Schlafzimmer schlafen und nicht bei Kindern des anderen Haushalts.
  • Es sollte kein Buffet geben und Teller möglichst wenig herumgereicht werden.
  • Gemeinsames Tanzen sollte, wie der meiste Körperkontakt, unterlassen werden, ebenso gemeinsames Singen – Stichwort: Aerosole.
  • Es wird zudem von Brettspielen gewarnt, in denen man sich etwa Spielfiguren teilt. Die Experten empfehlen kontaktlose Ratespiele.
  • Die Experten der SAGE sprechen sich wenig überraschend auch gegen eine Praxis aus, die in den USA und Großbritannien deutlich mehr verbreitet ist als in Deutschland: dem Küssen unter einem Mistelzweig – zumindest solange die Küssenden dabei aus verschiedenen Haushalten kommen.

Keine der Maßnahmen bietet absolute Sicherheit vor Corona-Infektion

Bei allen Tipps unterstreichen die Experten aber immer wieder, dass keine dieser Maßnahmen sicher davor schützt, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Das potenzielle Infektionsrisiko werde dieses Jahr zu Weihnachten schlicht dazugehören.