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Kartoffel-Vergiftung durch Glycoalkaloide: Stuttgarter Familie erleidet schwere Magen-Darm-Krankheit

Deshalb können Kartoffeln schwere Probleme verursachen
Deshalb können Kartoffeln schwere Probleme verursachen Natürliche Giftstoffe 01:18

Kartoffeln enthielten natürliche Giftstoffe

Eigentlich ist die Kartoffel ein vielseitiges und sicheres Lebensmittel, doch es gibt Ausnahmen: In der Nähe von Stuttgart bekam eine komplette Familie starke Bauchschmerzen und musste sich übergeben, nachdem sie über mehrere Tage Kartoffelgerichte gegessen hatte. Der Grund: natürliche Giftstoffe, die sich unter bestimmten Voraussetzungen bilden. Wir erklären, wie Sie sich davor schützen können.

Familie aß die Kartoffeln trotz des bitteren Geschmacks

Die Familie hatte einen Sack mit zehn Kilogramm Kartoffeln gekauft und daraus über Tage verschiedene Mahlzeiten zubereitet. Zwar entsorgten die Familienmitglieder zwischendurch einen Kartoffelsalat, der bitter schmeckte, aßen in den folgenden Tagen aber weiter Pell- und Ofenkartoffeln. Die Folge: Sowohl Eltern als auch Kinder wurden krank.

Glycoalkaloide können schwere Probleme verursachen

Aufgrund der heftigen Reaktion schaltete die Familie die örtliche Lebensmittelüberwachung ein. Im Labor des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Stuttgart kam heraus: Die Kartoffeln enthielten mit 236 Milligramm pro Kilo ungewöhnlich viele Glycoalkaloide, genauer Solanin und Chaconin. Die Giftstoffe werden von Nachtschattengewächsen wie der Kartoffel gebildet, um sich gegen Fressfeinde zu schützen. Nehmen Menschen zu viel davon auf, reichen die Symptome von Kopfschmerzen über Durchfall und Erbrechen bis hin zu Atemnot, Krämpfen und Lähmungen in besonders schweren Fällen.

Auch andere Pflanzen bilden bitter schmeckende Stoffe, die zu gesundheitlichen Problemen führen können: Im vergangenen Jahr vergiftete sich eine 78-Jährige schwer mit einer selbst angebauten Zucchini.

Heutige Sorten in der Regel unbedenklich

Kartoffeln schälen
Die Schale sollte nur bei frischen Kartoffeln mitgegessen werden. © iStockphoto

Laut Weltgesundheitsorganisation sollte der Glycoalkaloid-Gehalt nicht mehr als 200 Milligramm pro Kilo Kartoffeln betragen. Die heutzutage erhältlichen Sorten liegen in der Regel deutlich darunter und sind somit unbedenklich. Um Kartoffeln allerdings ohne Folgen genießen zu können, sollten Sie bei Lagerung und Verzehr ein paar Punkte unbedingt beachten:

  • Kartoffeln produzieren vermehrt Solanin, wenn sie Licht abbekommen und dadurch grün werden. Lagern Sie sie deshalb dunkel, trocken und kühl.

  • Schmecken die Kartoffeln bitter, ist der Giftstoffgehalt bereits zu hoch. Wegwerfen!

  • Ältere Kartoffeln können Sie auch dann noch essen, wenn sie schon Keime ausgebildet haben. Diese sollten aber großzügig weggeschnitten werden.

  • Die Schale sollte nur bei frischen Kartoffeln mitgegessen werden, denn mit der Zeit bilden sich darin und direkt darunter die meisten Bitterstoffe. Bei empfindlichen Mägen empfiehlt es sich, sie zu schälen.
  • Kinder und ältere Menschen sind anfälliger für Unverträglichkeiten; bei ihnen sollten Sie deshalb besondere Vorsicht walten lassen.

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