Neue Studie aus den Niederlanden

Kann Oralsex Fehlgeburten verhindern?

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10. April 2019 - 18:00 Uhr

Forschen wollen einen Zusammenhang sehen

Die Ergebnisse dieser Studie dürften viele Frauen mit Kinderwunsch aufhorchen lassen: Wer viel Oralsex hat, soll ein geringeres Risiko haben, eine Fehlgeburt zu erleiden. Was ist dran und woran könnte der Zusammenhang liegen?

Frauen ohne Fehlgeburten haben häufiger Oralsex

Die erstaunlichen Ergebnisse stammen aus einer aktuellen Studie des Leiden University Medical Centre in den Niederlanden, die im "Journal of Reproductive Immunology" veröffentlicht wurde.

Die Forscher untersuchten 97 Frauen unter 36 Jahren, die mindestens drei unerklärliche Fehlgeburten hintereinander erlitten hatten und verglichen sie mit 137 Frauen, die keine Fehlgeburten bei aufeinanderfolgenden Schwangerschaften hatten. Die Testpersonen bekamen verschiedene Fragen zu ihrem Sexleben gestellt. Dabei zeigte sich, dass die Frauen ohne Fehlgeburten erheblich häufiger angaben, regelmäßigen Oralverkehr mit ihrem Partner zu haben, als die Frauen, die ihre Babys verloren hatten - statt 72,9 Prozent waren es dort nur 56,9 Prozent!

Daran könnte es liegen

Den Zusammenhang erklären sich die Forscher durch das Immunsystem der Frau. Die Theorie ist, dass Frauen, die häufig in Kontakt mit Sperma kommen - es also zum Beispiel schlucken -, das Ejakulat nicht als Fremdkörper wahrnehmen und daher nicht mit ihrem Abwehrsystem bekämpfen, wenn die Spermien sich nach dem Geschlechtsverkehr ihren Weg zur Eizelle bahnen.

Wie aussagekräftig sind die Ergebnisse?

Die Studie hat seit ihrem Erscheinen Anfang April eine Menge Aufmerksamkeit erlangt. Dennoch gibt es viele kritische Stimmen, die die Erkenntnisse infrage stellen. Problem sei dem "American Council on Science and Health" zufolge einerseits die kleine Teilnehmerzahl der Studie (die auch die Forscher selbst bemängeln), andererseits sei der Zusammenhang zwischen Oralsex und Fehlgeburten nicht deutlich genug, da es bei den pikanten Fragen auch viele Enthaltungen gegeben habe. Zudem seien viele der Teilnehmerinnen in einem Alter gewesen, in dem wiederkehrende Fehlgeburten generell mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auftreten können.