Tausende Menschen nahmen Abschied

Julen (†2): Sein großer Bruder passt jetzt auf ihn auf

27. Januar 2019 - 16:55 Uhr

Julen wurde in der Nacht auf Samstag tot geborgen

Es ist das tragische Ende einer beispiellosen Suchaktion, die die ganze Welt beschäftigte. Der kleine Julen fiel vor genau zwei Wochen in einen knapp 100 Meter tiefen Brunnenschacht in Totalán in Spanien. Danach startet eine langwierige Suchaktion nach dem Jungen, der in der Nacht auf Samstag nur noch tot von den Rettungskräften geborgen werden konnte. Heute wurde der Junge auf dem Friedhof von El Palo, dem Wohnort der Eltern, beigesetzt. Tausende Menschen kamen, um dem kleinen Julen die letzte Würde zu erweisen.

Trauernde können ihre Emotionen nicht zurückhalten

Die Beisetzung selbst findet im engen Familienkreis statt, doch knapp über 2000 Nachbarn, Bürger der Stadt, Journalisten und andere Trauernde warten vor dem Friedhof Parque Cementerio de Málaga. Als Julens kleiner Sarg auf den Friedhof getragen wird, fangen die Menschen an zu klatschen - so zollt man in Spanien den Verstorbenen Respekt. Viele Menschen weinen, heulen laut, können ihre Emotionen nicht zurückhalten. RTL-Reporterin Pia Schrörs berichtet von einer sehr traurigen und bedrückten Stimmung. Auch die Rettungskräfte, Psychologen und die Polizei, die am Rettungseinsatz beteiligt waren, sind vor Ort.

Julen liegt in der Grabgruft über seinem Bruder

Wie schwer dieser Tag für Julens Eltern sein muss, kann man sich nicht vorstellen. Sie müssen ihren zweiten Sohn zu Grabe tragen. Nach einer religiösen Zeremonie konnten sie sich noch einmal von Julen verabschieden. Die Familie hat sich gewünscht sich, dass Julen bei seinem Bruder Oliver beigesetzt wird, der erst vor einem Jahr an einem Herzleiden starb. Auch er war noch ein Kleinkind, erst drei Jahre alt. Beide Jungen liegen in sogenannten Gruften, auch Grabnischen genannt, wie in Spanien üblich. Julen wurde über Oliver beigesetzt. Das teilte ein Mitarbeiter des Bestattungsinstitus mit.