"Wer sorgenlos leben möchte, der muss sich berappeln"

Jobcenter-Chef Scheele gegen Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 600 Euro

BA-Chef Detlef Scheele.
BA-Chef Detlef Scheele.
© deutsche presse agentur

14. April 2021 - 13:35 Uhr

Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit sorgt mit Aussage für Irritationen

Ausgerechnet der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, hält eine Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 600 Euro für nicht angebracht. "Wer sorgenlos leben möchte, der muss sich berappeln und möglichst gut entlohnte Arbeit finden", sagte er gegenüber der Zeit. Das dürfte seinen Kunden gar nicht gefallen.

Sozialverbände fordern Erhöhung von Hartz IV auf mindestens 600 Euro

"Ich bezweifle, dass jemand mit 600 Euro deutlich zufriedener wäre", sagte Scheele im Gespräch mit der Hamburger Wochenzeitung 'Die Zeit' weiter.

Ein breites Bündnis von 36 Gewerkschaften und Verbänden fordert angesichts der Corona-Pandemie eine Anhebung der Regelsätze von Hartz IV und Altersgrundsicherung auf mindestens 600 Euro sowie sofortige zusätzliche Corona-Hilfen für arme Menschen. Zu den Unterzeichnern der Forderung gehören unter anderem die Gewerkschaft verdi, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die Awo, der Sozialverband VdK und die Diakonie.

Der Hartz-IV-Regelsatz für Alleinstehende liegt seit dem 1. Januar bei 446 Euro. Paare erhalten pro Partner 401 Euro.

Scheele, der bis 2015 Sozialsenator in Hamburg war, warnt davor, diejenigen zu überfordern, die für die Grundsicherung aufkommen. "Dazu gehört ja auch die Kassiererin bei Aldi, die möglicherweise netto nicht viel mehr hat als der Empfänger von Grundsicherung", betonte er.

Quelle: DPA / RTL.de

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