Jobwechsel - ja gern

Umfrage: So unzufrieden sind die Deutschen mit ihrem Bürojob

anchem wird die Eigenverantwortlichkeit im Job auch zuviel. In so einem Fall kann man vom seinem Vorgesetzten in einem Mitarbeitergespräch durchaus konkrete Arbeitsanweisungen einfordern. (Archivbild vom 03.11.2014/
Immer mehr Beschäftigte sind in ihrem derzeitigen Job unzufrieden.
dpa-tmn | Monique Wüstenhagen, picture alliance

Fast jeder Vierte ist mit seinem Job im Büro unzufrieden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Kritikpunkte gibt es einige. Und der Wunsch nach einer Veränderung und weniger Stress ist bei vielen Beschäftigten groß.

Mangelnde Bezahlung, ungesunde Work-Life-Balance

Die Pandemie hat das Arbeitsleben verändert. Das zeigen auch immer mehr Studien. Die jüngste hat das Technologieunternehmen Slack in Auftrag gegeben: Fast jeder vierte Bürojobber in Deutschland ist unzufrieden mit seinem Job. Und auch eine Bereitschaft zum Jobwechsel war noch nie so hoch wie in letzter Zeit. Laut der Umfrage seien es sechs Prozent der Befragten. Auch das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gallup hatte im April bekannt gegeben, dass Deutschlands Arbeitnehmer sich so wenig an ihre Arbeitgeber gebunden fühlen wie nie zuvor. Sie messen seit 21 Jahren jährlich die Mitarbeiterzufriedenheit der Belegschaften.

Doch was macht die Mitarbeiter so unzufrieden. Die aktuelle Umfrage zeigt, Hauptgrund ist derzeit die Bezahlung.

  • 82 Prozent gaben an, mangelnde Bezahlung würde sie zu einem Jobwechsel bringen.
  • Gefolgt von einer ungesunden Work-Life-Balance. Das gaben 74 Prozent an.
  • Und wegen des Chefs würden 72 Prozent einen Jobwechsel in Betracht ziehen.

Deutsche wollen flexibler arbeiten

Die Pandemie hat viele Menschen ins Homeoffice geführt. Seit März sind Arbeitgeber nicht mehr verpflichtet, Arbeit von Zuhause aus zu ermöglichen.Trotzdem bleibt das auch ein weiteres Thema. Grundsätzlich wollen die meisten Büroarbeitenden nicht mehr jeden Tag ins Büro. 56 Prozent sprachen sich für eine Mischung aus Büro und mobilem Arbeiten aus. Ausschließlich aus dem Büro heraus wollen dagegen nur 20 Prozent arbeiten, nur von zuhause oder unterwegs 18 Prozent.

Lese-Tipp: Fragen und Antworten – Homeoffice-Pauschale beschlossen: Wer profitiert - und wer eher nicht?

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Hinzu kommt ein neuer Trend, entstanden bei Tiktok: Quiet Quitting. Zwar wird hier nicht gekündigt, aber gearbeitet wird nicht mehr als der Vertrag vorsieht. Feierabend ist dann Feierabend. Mehrarbeit wollen die Quiet Quitter quasi vermeiden.

Lese-Tipp: Quiet Quitting: Krempelt das Phänomen den Arbeitsmarkt um?

Und die Mehrarbeit fällt laut dem Statistischen Bundesamt nicht gerade gering aus. Demnach haben in Deutschland im vergangenen Jahr durchschnittlich 4,5 Millionen Menschen Überstunden geleistet. Das sind zwölf Prozent der Arbeitenden. Und: Knapp 22 Prozent der Überstunden wurden nicht bezahlt.

Die Studienmacher sehen die Lösung vor allem in neuen Arbeitsformen. „Wenn Unternehmen im Wettbewerb um die besten Talente heute eine Chance haben wollen, müssen sie flexible Arbeitsbedingungen und die dafür passende digitale Infrastruktur bieten“, sagte Oliver Blüher, Zentraleuropa-Chef bei Slack.

Für die Erhebung wurden Ende Oktober und Anfang November 2.090 Menschen mit Bürojobs online befragt, darunter 1.009 Angestellte in technischen Funktionen. (dpa/mtr)

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