15. April 2019 - 20:40 Uhr

Hausgeburt per Telefonanweisung

Es waren die wohl aufregendsten Stunden für Anja Falk und ihren Mann: Ohne große Vorwarnung setzen bei der schwangeren Anja plötzlich die Presswehen ein und die Fruchtblase platzt. Sofort weiß sie, dass sie es nicht mehr ins Krankenhaus schafft und es eine Hausgeburt wird – ohne Arzt, ohne Hebamme, nur mit einem Sanitäter am Telefon, der den werdenden Eltern Anweisungen gibt. Eine spektakuläre, ungeplante Hausgeburt! Wie die Geburt verlaufen ist und wie es den frisch gebackenen Eltern und dem Baby Jacob jetzt geht, sehen Sie im Video.

Wo ist der Unterschied zwischen einer Hausgeburt und einer Geburt im Krankenhaus?

Es gibt viele Möglichkeiten der Entbindung. In den 1950er Jahren waren Hausgeburten noch ganz üblich, heute sind sie eher eine Seltenheit. Dabei spricht generell nichts gegen eine Hausgeburt, wenn kein Risiko besteht und sie gut vorbereitet wird. Viele Schwangere erhoffen sich bei einer Hausgeburt eine entspannte Atmosphäre und somit eine weniger anstrengende Geburt. Ebenso ist es für viele wichtig, dass sie sich nicht von dem Neugeborenen und der übrigen Familie trennen müssen.

Wie bereite ich mich auf eine Hausgeburt vor?

Ist eine Hausgeburt gewünscht, prüfen die betreuenden Ärzte und Hebammen vor der Geburt des Kindes, ob eine Hausgeburt für die Schwangere geeignet ist. Können alle absehbaren Komplikationen ausgeschlossen werden, kann das Baby auch in den eigenen vier Wänden das Licht der Welt erblicken. Doch auch hier gilt es auf alles vorbereitet zu sein, sollte es doch zu Komplikationen kommen und die Schwangere ins Krankenhaus muss.

Daher ist es ratsam sich einige Tage vor dem errechneten Geburtstermin in einer Klinik anzumelden. Zudem besteht auch die Möglichkeit, dass man sich kurzfristig doch gegen eine Hausgeburt entscheidet. Nach der Entbindung und in den folgenden Wochen sollten Mutter und Kind weiter von der Hebamme betreut werden. Die Kosten für eine Hausgeburt werden ebenso wie die einer Klinikgeburt von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Risiken bei einer Hausgeburt

Gründe, die gegen eine Hausgeburt sprechen sind Risikoschwangerschaften oder Mehrlingsschwangerschaften. Leidet die werdende Mutter unter Diabetes oder Bluthochdruck ist ebenfalls von einer Hausgeburt abzuraten, da auch hier das Risiko zu hoch ist. Auch bei absehbaren Komplikationen während der Geburt, beispielsweise wegen einer Beckenendlage, ist eine Hausgeburt nicht zu empfehlen. Entscheidend ist letztendlich die Frage, ob sich die Schwangere bei einer Hausgeburt wirklich sicher fühlt und davon überzeugt ist, auf die medizinische Betreuung in der Klinik verzichten zu können.

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