Attacke im Live-TV

Po-Grapscher gefasst – seine Begründung macht fassungslos

Greta Beccaglia bei ihrer Schalte nach dem Ligaspiel FC Empoli gegen AC Florenz.
Greta Beccaglia bei ihrer Schalte nach dem Ligaspiel FC Empoli gegen AC Florenz.
© Twitter/GiuseppeConteIT

30. November 2021 - 14:55 Uhr

„So bin ich nicht“

Dämlich, dämlicher, dieser Tifoso: Nach der fiesen Grapsch-Attacke in Anschluss an das Serie-A-Spiel in Empoli hat die Polizei den mutmaßlichen Täter ermittelt. Er versucht sich mit einer fadenscheinigen Begründung herauszureden.

Ekelhafte Szene im Live-TV

Es geschah nach dem Spiel Empoli gegen Florenz. Die italienische TV-Reporterin Greta Beccaglia berichtet vor dem Stadion. Da nähert sich ein Fan und haut ihr auf den Po – im Live-TV. Eine ekelhafte Sexismus-Attacke.

Der Vorfall löste Kopfschütteln und einen Polizeieinsatz aus. Die Beamten machten dank der Kameras im Stadionumfeld nun einen 45-jährigen Florenz-Fan ausfindig.

Italien: Grapsch-Attacke als "Scherz"

Sein Anwalt beschreibt die Szene in einem Interview mit Radio 24 so: "Seine Absicht war weder eine sexuelle Anspielung oder Beleidigung. Es war ein Fehler." Der beschuldigte Mann selbst sagte: "Sie beschreiben mich als Vergewaltiger, aber das bin ich nicht. Mir geht es nicht gut für das, was ich getan habe. Zu Hause sagten sie mir: 'Wie kommst du auf so eine Idee?'"

Das fragen sich sicher noch mehr Menschen. Er sei nach der Pleite seines Clubs gefrustet gewesen, das ganze ein Scherz gewesen und überhaupt: Er wollte einfach nur zum Auto. Er bestritt auch, in Richtung Beccaglia gespuckt zu haben. Er wolle sich persönlich bei der Journalistin entschuldigen. Sein Anwalt versuche schon seit Sonntagabend den Anwalt der 27-Jährigen zu kontaktieren. Italienischen Medienberichten zufolge hat er schon eine dreijährige Stadionverbot kassiert. Die Staatsanwaltschaft Florenz hat ein Verfahren eingeleitet.

Und Beccaglia? "Die Entschuldigungen habe ich nicht einmal gelesen", sagte sie laut "Gazzetta dello Sport". "Aber ich akzeptiere sie nicht. Ich kämpfe auch für alle Mädchen, die jeden Tag ohne Kamera leiden." (msc)