Schock in Italien: Kleinkind (13 Monate) stürzt aus 2. Stock

Babysitterin (32) gesteht: "Ich habe das Kind aus dem Fenster geschmissen"

Die Babysitterin wurde kurz nach dem Sturz des Kindes wegen versuchten Mordes festgenommen.
Ein Kleinkind wurde in Soliera (Italien) vermutlich von seiner Babysitterin aus dem zweiten Stock gestoßen.
Elisabetta Baracchi, ANSA

Für viele Eltern ist es eine der größten Ängste, das eigene Kind in die falschen Hände zu geben. In diesem Fall aus Italien soll die Babysitterin Monica S. aber eine enge Vertraute der Familie gewesen sein. Die Eltern sollen sich auf die 32-Jährige verlassen haben, berichtet der Fernsehsender „Rai News“. Monica S. pflegte deren Großvater schon seit längerer Zeit. Während die Eltern vergangenen Dienstag arbeiteten, sollte S. auch auf das Kleinkind aufpassen. Und es passierte das denkbar Schrecklichste. Der erst 13 Monate alte Junge stürzte aus einem Fenster im zweiten Stock. Statt sofort erste Hilfe zu leisten, soll Monica S. jedoch einen verstörenden Satz zur Haushälterin gesagt haben. Die Ermittler vermuteten deshalb, dass Monica S. den kleinen Jungen mit Absicht aus dem Fenster gestoßen haben könnte und nahmen die 32-Jährige fest. Jetzt soll die das Kindermädchen die schreckliche Tat gestanden haben.

Schock in Italien: Kleinkind von Babysitterin aus Fenster gestoßen

Niemand soll gesehen haben, was in Soliera in der italienischen Provinz Modena genau geschehen sein soll. Wohl erst als der kleine 13 Monate alte Junge blutend und regungslos am Boden lag, sollen ihn Passanten entdeckt und laut um Hilfe geschrien haben. In der Wohnung von Tommasos Familie sollen sich in derselben Zeit bizarre Szenen abgespielt haben. Das habe die Haushaltshilfe, laut dem italienischen Nachrichtenportal „Rai News“, der Polizei gesagt.

„Geh nach unten und sieh nach. Tommaso ist endlich frei“, soll Monica S. unmittelbar nach dem Sturz zu ihr gesagt haben. Die Babysitterin habe dabei nicht besorgt gewirkt, heißt es weiter. Die 32-Jährige sei auch nicht nach unten geeilt, um nach dem 13 Monate alten Jungen zu sehen.

Stattdessen sei die Haushaltshilfe, von den Schreien einiger Passanten begleitet, los geeilt. Ein Nachbar soll daraufhin den Notruf gewählt haben, so der Bericht. Das Kindermädchen soll sich das Ganze, laut Zeugen, wohl teilnahmslos, aus dem Fenster angesehen haben.

Wie die italienische Zeitung „La Repubblica“ meldet, habe die Babysitterin bei ihrem ersten Verhör angegeben, sich an nichts erinnern zu können. Die Anwältin des Kindermädchens, Francesca Neri, erklärte gegenüber dem Blatt: „Meine Mandantin ist in einem Zustand der Verwirrung.“ Es sei bisher nicht möglich gewesen, „das Geschehen sachlich zu rekonstruieren.“

Monica S. gesteht die Tat gegenüber der Polizei: "Ich hatte eine Krise, meine Sicherung ist durchgebrannt"

Die Eltern des Kindes stehen noch unter Schock. Laut der Großmutter habe Monica S. nie einen verwirrten Eindruck gemacht, so die italienische Zeitung weiter. Rechtsanwältin Francesca Neri fügte hinzu, dass die Wirtschaftswissenschaftlerin wohl schon seit Januar mit der Familie zusammengearbeitet habe. „Acht Stunden täglich“, so die Anwältin.

Doch genau diese Frau, der sie so sehr vertrauten, hat die schreckliche Tat jetzt, laut der Nachrichtenagentur „Ansa“, gestanden. Im Verhör mit der Polizei soll sie gesagt haben: „Ich war es. Ich habe Tommaso gepackt und aus dem Fenster geschmissen. Ich hatte so etwas wie eine Krise.“ Die Anwältin der Babysitterin wolle prüfen, ob sie ein psychiatrisches Gutachten für Monica S. beantragen könne.

Der kleine Tommaso liege aktuell mit schweren Verletzungen im Krankenhaus „Maggiore di Bologna“. Der 13 Monate Junge schwebe Medienberichten zufolge aber nicht mehr in Lebensgefahr. (mca)