Karmen trägt eine Vier-Zentimeter-Narbe am Kopf davon

Arzt verletzt Baby bei Kaiserschnittgeburt

Emma Edwards und ihre Karmen sind wohlauf.
Emma Edwards und ihre Karmen sind wohlauf.
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05. Februar 2020 - 16:48 Uhr

Baby Karmen wurde während des Kaiserschnitts verletzt

Die vier Zentimeter lange Narbe am Kopf, die die neugeborene kleine Karmen von ihrer Geburt davonträgt, wird sie wohl ihr ganzes Leben lang haben. Und das alles nur, weil Ärzte sie per Kaiserschnitt holten, obwohl Mama Emmas Fruchtblase bereits geplatzt war und sie in den Wehen lag – ein Risikofaktor für Kaiserschnittgeburten

Emma Edwards: "Disaster von Anfang bis Ende"

Die 21-jährige Emma Edwards sei immer noch völlig traumatisiert von dem, was ihr im Raigmore Hospital in Inverness widerfahren ist. Die Betreuung sei ein "Desaster von Anfang bis Ende" gewesen, berichtet sie im Interview mit "Daily Mail".

Angefangen hatte die Geburts-Odyssee schon damit, dass ihr Entbindungstermin wegen Notfällen verschoben werden musste. Dabei kamen Emma und ihr Mann extra eine Nacht vorher aus ihrem gut zwei Stunden entfernten Heimatort Wick zur Entbindung ins Raigmore Hospital im schottischen Inverness. Statt Donnerstagmorgens sollte Emmas Baby nun Freitagmorgen geholt werden. Doch auch das sollte sich nicht bewahrheiten: "Niemand kam vor zwölf Uhr zu mir, dann haben sie den Termin erneut gecancelt", sagte Emma Edwards.

Fortgeschrittene Wehen zählen zu den Risikofaktoren bei einem Kaiserschnitt

Also machte sich die Familie wieder auf den Rückweg. Als am Montag mitten in der Nacht Emmas Fruchtblase platzte, machten sie und ihr Mann sich schleunigst auf den Weg ins Raigmore Hospital. Dort angekommen, erklärte sie der Geburtshelferin, dass ihre Fruchtblase geplatzt sei, sie starke Schmerzen verspüre und in den Wehen läge.

Ohne eine Untersuchung kam sie zur Geburtsstation und brachte, trotz eingesetzter Wehen, ihre Tochter Karmen per Kaiserschnitt zur Welt. Dann der Schock für die 21-jährige Mutter: "Sie eilten mit ihr zur speziellen Pflegestation für Babys, weil sie ihr in den Kopf geschnitten hatten". Der Arzt schnitt dem Neugeborenen in den Kopf, anstatt die Fruchtblase zu treffen. Es entstand eine vier Zentimeter lange Schnittwunde vom Ohr zum Auge.

"Der Chirurg sprach im Nachhinein mit mir und gab an, der Unfall sei nur passiert, weil ich niemandem mitgeteilt hätte, dass meine Fruchtblase geplatzt war und ich in den Wehen lag. Doch ich checkte meine Patientenakte und entgegnete, dass ich es sehr wohl erzählt hatte."

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Ärzte machten Emma für die Schnittwunde verantwortlich

Dann kam es noch dicker für die junge Mutter. Der etwa vier Zentimeter große Schnitt im Kopf der kleinen Karmen konnte erst am Folgetag genäht werden, weil das Krankenhaus auf einen plastischen Chirurgen aus Aberdeen warten musste.

Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Verletzungen von Babys wie dieser. Ein deutscher Mediziner erklärt uns, woran das liegt.