Vor 60 Jahren

Inferno in Monza: Als Formel-1-Star Wolfgang Graf Berghe von Trips beim Horrorunfall starb

Wolfgang Graf Berghe von Trips starb vor 60 Jahren beim Rennen in Monza.
Wolfgang Graf Berghe von Trips starb vor 60 Jahren beim Rennen in Monza.
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10. September 2021 - 8:33 Uhr

Er war einer der besten Fahrer seiner Zeit

Er war ein Frauenschwarm par excellence, Sohn aus gutem Haus mit perfekten Manieren, Adelsspross, Landwirt, Lebemann und einer der besten Formel-1-Fahrer seiner Zeit: Am 10. September 1961 in Monza flog Wolfgang Graf Berghe von Trips auf dem Weg zum WM-Titel kurz vor der berüchtigten Parabolica in den Tod.

Wie ein Jet hebt sein Ferrari ab

ARCHIV - Der deutsche Formel 1-Rennfahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips, aufgenommen 1961. Beim Großen Preis von Italien am 10. September 1961 kollidierte sein Wagen kurz nach dem Start mit denen der Briten Jim Clark und Ashmore. Trips wird aus dem
Wolfgang Graf Berghe von Trips war extrem beliebt.
© dpa, DB

Sein tobender Ferrari reißt an jenem schicksalhaften Tag vor 60 Jahren 15 Menschen mit ins Verderben. Trips ist im Anflug zur Parabolica vom Gas gegangen, der seitlich hinter ihm fahrende Jim Clark kann nicht mehr reagieren, sein Lotus touchiert den linken Hinterreifen von Trips' Auto.

Wie ein Jet hebt der Ferrari mit der Startnummer 4 nach links ab, schleudert die Böschung hinauf, erfasst die Menschen hinter dem Zaun, überschlägt sich mehrfach und kracht zurück auf den Asphalt. Zerstörerische Kräfte reißen den Fahrer aus dem Cockpit, eine leblose Puppe, die mit zerschmettertem Genick in dem Inferno liegenbleibt. Wolfgang Alexander Reichsgraf Berghe von Trips ist längst tot, als die Rettungskräfte eintreffen. Er stirbt auf den Tag genau fünf Jahre, nachdem ihn der legendäre Enzo Ferrari nach Maranello geholt hat.

Trips war in der Szene ausgesprochen beliebt, er war offen, freundlich, stets fair. Aber er war auch ein "Haudrauf", ein Rennfahrer durch und durch, der zwar schon mal den Gegner, aber nicht sein eigenes Auto und sich selbst schonte, "Count Crash" nannten sie ihn deshalb. Enzo Ferrari zog ihn sogar ein paar Monate aus dem Verkehr, und Gräfin Tessa von Trips bat ihren einzigen Sohn in einem offenen Brief in der "Welt am Sonntag", doch endlich mit diesem unsinnigen Rennsport aufzuhören. Vergeblich. (tno/sid)