Im Podcast "heute wichtig"

Energiewende: Deutschland braucht sieben Windräder am Tag

Um die Klimaziele zu erreichen, bräuchte Deutschland mehr Windräder.
Um die Klimaziele zu erreichen, bräuchte Deutschland mehr Windräder.
© imago images/Westend61, Martin Rügner via www.imago-images.de, www.imago-images.de

18. November 2021 - 6:00 Uhr

Wie schafft Deutschland die Pariser Klimaziele noch?

Die deutschen Hoffnungen für die Energiewende liegen auf der Ampel-Koalition, die in den Startlöchern steht. Doch was muss diese konkret unternehmen, damit Deutschland die Pariser Klimaziele noch erreichen kann? Zumindest ein Teil der Antwort ist klar: Sieben neue Windräder pro Tag bauen.

Neue Bauprojekte zur Windkraft werden immer wieder verhindert 

"Eigentlich führt an Wind, aber auch an Solar, kein Weg vorbei", sagt Physiker und "stern"-Redakteur Martin Schlak im Podcast "heute wichtig". Zusammen mit Kollegen und einem Expertenbeirat hat er das Projekt "Handelt jetzt" ins Leben gerufen. Die Forderung: Mindestens sieben neue Windräder am Tag braucht das Land. Und zwar so schnell wie möglich.

Aber ist das überhaupt zu schaffen? Für die Fachleute steht fest, dass Deutschland seine Anstrengungen auf jeden Fall deutlich intensivieren muss – denn aktuell stagniert der Bau von neuen Windrädern. "Bisher haben wir die absurde Situation, dass ein Windrad ungefähr fünf bis sieben Jahre braucht, von der Planung, bis es dann mal steht und läuft", erklärt Martin Schlak. Das liege unter anderem auch daran, dass diverse Interessengruppen neue Bauprojekte immer wieder durch Klagen und Verfahren verhinderten. Eine fatale Entwicklung: "Wenn wir uns aus der Windkraft rausreden, ist klar, dass wir die Energiewende nicht schaffen."

Windrad
Der Ausbau der Windenergie in Deutschland geht nur langsam voran.
© dpa, Jan Woitas, woi axs

Außerdem im Podcast: Enissa Amani wird wohl ins Gefängnis gehen – freiwillig

Im März 2019 hat sich die Künstlerin und Entertainerin Enissa Amani mit dem bayerischen AfD-Politiker Andreas Winhart angelegt. Wegen seiner rassistischen Beleidigungen stellte sie ein längeres Video auf Instagram und konterte seine Äußerungen, bis hin zur Beleidigung. Winhart zeigte sie dafür an – und Enissa Amani wurde tatsächlich verurteilt. Die verhangene Geldstrafe für Beteiligung möchte sie allerdings nicht bezahlen, weil er auch nicht verurteilt wird.

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Enissa Amani
Enissa Amani will lieber ins Gefängnis gehen, als eine Geldstrafe wegen Beleidigung des dem bayerischen AfD-Politiker Andreas Winhart zu zahlen.
© picture alliance / Geisler-Fotop, Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Stattdessen will sie ein Zeichen gegen Rassismus setzen – und wird wohl ins Gefängnis gehen. "stern"-Redakteurin Mareike Fangmann findet das richtig: "Enissa Amani beweist damit Mut, weil sie sich selbst dem höchst Unangenehmen stellt, um zu zeigen, dass man aus seiner eigenen Komfortzone heraustreten sollte, um die Gesellschaft für alle von uns fairer zu machen." Den gesamten Kommentar hören Sie in der heutigen Episode von "heute wichtig".