Lieferschwierigkeiten vor allem bei Küchen

Ikea und andere Möbelhersteller warnen vor stark steigenden Preisen

Die Möbelpreise ziehen deutlich an.
Die Möbelpreise ziehen deutlich an.
© picture alliance, Zoonar | Matej Kastelic

07. Dezember 2021 - 11:35 Uhr

Weltweit Störung der Lieferketten

Vor Corona gab es das Problem nur vereinzelt: Störung der Lieferketten. Und wenn es auftrat, haben es Verbraucher kaum gespürt. Doch inzwischen wirken sich die Lieferkettenprobleme immer dramatischer aus: Engpässe in jeder Branche, Verbraucherinnen und Verbraucher müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen – und mehr bezahlen. Jetzt warnen die Möbelhersteller und Marktführer Ikea. Wer eine neue Küche haben möchte, muss offenbar viel Geduld und starke Nerven mitbringen.

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Weitere Preiserhöhungen bei Küchen und Möbeln

Der Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM) warnt angesichts von Lieferengpässen vor steigenden Preisen und längeren Wartezeiten. "Wenn die Warenknappheit und die Lieferschwierigkeiten andauern, kann es zu weiteren Preiserhöhungen kommen", sagte Verbands-Geschäftsführer Christian Haeser. "Wir sehen bereits jetzt eine durchschnittliche Preiserhöhung um bis zu zehn Prozent auf bestimmte Artikel." Bei eklatanten Störungen in der Lieferkette - von der Rohstoffbeschaffung bis zum fertigen Produkt - seien auch längere Wartezeiten unvermeidbar.

Dem Handelsverband zufolge wirkt sich die Corona-Pandemie seit Monaten auf die Rohstoffbeschaffung und -preise sowie auf die Lieferfähigkeit von Waren aus. Containerschiffe würden weltweit vor Frachthäfen liegen und darauf warten, gelöscht zu werden. Wenn die Güter dann an Land seien, gingen die Probleme weiter: In vielen Ländern laufe die Transportlogistik aufgrund von personeller Überlastung nicht rund. Das führe zu weiteren zeitlichen Verzögerungen. Die hohen Frachtpreise wiederum resultierten überwiegend aus der Knappheit und der mangelnden Verfügbarkeit an Containern. "Die Unternehmen vom produzierenden über das verarbeitende Gewerbe bis hin zum Verkauf werden weltweit ausgebremst", so der Verband.

Lieferschwierigkeiten bei Küchen - auch bei Ikea

Die Stimmung im Möbelfachhandel sei angesichts dieser schwierigen Liefersituation stark angespannt. Küchenmöbel seien aktuell zwar gut lieferbar, Elektro-Einbaugeräte dagegen kaum verfügbar. Das wiederum wirke sich auf die Lieferzeit der gesamten Küche aus. "Der Fachhandel setzt alles daran, den Kunden die bestellte Ware zu liefern", sagte Haeser. Hierfür werde gerade in den Bereich der Logistik investiert.

Von der Krise erwischt wurde auch der schwedische Möbelriese Ikea. Deutschland-Chef Denis Balslev kündigte jüngst Preiserhöhungen an. Derzeit beobachte man noch den Wettbewerb und werde auch an dem Ikea-Ziel der Erschwinglichkeit festhalten, meinte der Manager. Im Küchensegment sei Ikea bei den Möbeln zwar lieferfähig, habe aber wie die Wettbewerber große Schwierigkeiten mit den Elektro-Einbaugeräten, der sogenannten weißen Ware.

Die Lieferengpässe in weiten Teilen der Wirtschaft haben die Verbraucherpreise in Deutschland mit in die Höhe getrieben. Die Inflationsrate liegt aktuell mit 5,2 Prozent auf dem höchsten Stand seit fast 30 Jahren. Viele Experten rechnen aber im kommenden Jahr mit einer Entspannung. (reuters/dpa/aze)