Lohnt sich das Geld?

Ihr Kind wünscht sich ein Haustier? Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen!

19. August 2019 - 16:14 Uhr

Haustiere sind so niedlich, aber auch viel Arbeit

Während der Sommerferien wünschen sich viele Kinder ein Haustier, weil plötzlich so viel Zeit dafür ist. Aus einer Laune heraus sollte ein Haustier aber nicht angeschafft werden. Eine Tier-Adoption muss reiflich überlegt sein, denn es bringt auch jede Menge Arbeit und vor allem Kosten mit sich. Die Haustierexpertin Elisabeth Sans vom Tierheim Köln-Zollstock erklärt, worauf sich zukünftige Tierbesitzer vorbereiten müssen.

Von Lauren Ramoser

Wie teuer ist ein Hund pro Jahr?

Kurzhaardackel
Hunde sind toll, verursachen als Haustiere aber auch viel Arbeit und hohe Kosten.
© picture alliance / blickwinkel/D, D. Maehrmann

Der Deutsche Tierschutzbund veranschlagt bei Hunden zunächst die einmaligen Kosten für die Anschaffung des Vierbeiners. Ein Hund aus dem Tierheim kostet etwa 200 Euro. Wenn es ein Tier vom Züchter sein soll, kann das schnell mehrere tausend Euro kosten. Für Napf, Körbchen, Leine und Spielzeug fallen zwischen 60 und 300 Euro an.

Die jährlichen Kosten umfassen Futter, Impfungen, Entwurmungen, die Hundesteuer und Kosten für eine Haftpflichtversicherung. Hundebesitzer sollten hierfür 750 bis 1200 Euro einplanen. Es können auch zusätzlich unerwartete Kosten, wie für akute Tierarztbesuche, anfallen. Dann wird es schnell teuer.

Wer mit dem Gedanken spielt, einen Hund anzuschaffen, muss sich auf viel Organisation und Arbeit einstellen. Zusätzlich sollten Hundebesitzer neben den etwa 260 Euro für die Erstanschaffung auch jährlich mindestens 750 Euro für den Unterhalt einplanen.

Was kostet eine Katze?

Kartäuserbabys im Körbchen.
Katzenbabys sehen super süß aus, verursachen aber auch sehr viel Arbeit und Kosten.
© PhotoAlto

Eine Katze aus dem Tierheim kostet rund 100 Euro Vermittlungsgebühr - ein Tier vom Züchter ist deutlich teurer. Die Kosten für Napf, Körbchen, Kratzbaum und Katzentoilette belaufen sich auf etwa 150 bis 500 Euro, je nach Anspruch.

Im Unterhalt unterscheiden sich die Kosten für Freigänger und Hauskatzen. Der Deutsche Tierschutzbund rechnet für Futter, Streu, Tierarztbesuche, Entwurmungen und Impfungen mit mindestens 700 Euro pro Jahr. Kosten für unerwartete Tierarztbesuche fallen vor allem bei Freigängern häufiger an.

Pro Jahr kostet eine Katze mindestens 500 Euro im Unterhalt, die Erstanschaffung schlägt mit mindestens 250 Euro zu Buche - diese Kosten variieren allerdings stark, je nachdem, ob Sie sich für einen Stubentiger oder einen Freigänger entscheiden.

Wie hoch sind die Kosten für Hamster, Kaninchen & Co.?

Vermeintliche Käfigtiere: Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster.
Kaninchen, Hamster & Co. sind im Unterhalt teurer als erwartet.
© Artfully79

Viele Familien schaffen flauschige Käfigtiere wie Kaninchen oder Hamster als Einsteiger-Haustiere an. Doch das sei ein typischer Fehler, sagt die Haustier-Expertin Elisabeth Sans vom Tierheim Köln-Zollstock. "Kaninchen wollen nicht gestreichelt werden. Die halten genau wie Meerschweinchen nur still, weil sie Angst haben." Auch Hamster seien keine geeigneten Käfigtiere, denn in der freien Wildbahn ist ihr Revier mehrere Quadratkilometer groß.

Wer sich dennoch für einen plüschigen Nager als Haustier entscheidet, muss für die Erstanschaffung mit mindestens 150 Euro für Tier und Käfig rechnen. Für Futter, Heu, Einstreu, Ersatz von Zubehör und Tierarztbesuche fallen laut Deutschem Tierschutzbund jährlich etwa 690 Euro an.

Das sollten zukünftige Tierbesitzer wissen

Elke Sans leitet das Katzenrevier im Tierheim Zollstock und weiß, dass es kurz vor Weihnachten deutlich mehr Anfragen gibt. Um Interessenten von unüberlegten Entscheidungen abzuhalten, verhängt das Tierheim in den Wochen vor Weihnachten einen Adoptionsstopp. Wer ernsthaft interessiert ist, muss nach Weihnachten mit der ganzen Familie wiederkommen und ein Tier kennenlernen.

Welche Fragen zukünftige Tierbesitzer schon vor dem Besuch im Tierheim klären sollten, erklärt Elke Sans im Video.