Sheriff sichtlich mitgenommen: "Es ist herzzerreißend"

Kinder (15, 10, 7) lebten monatelang mit skelettierter Leiche ihres Bruders (9) in Wohnung

Polizei-Absperrung in Houston nach dem grausigen Fund in einer Wohnung.
Polizei-Absperrung in Houston nach dem grausigen Fund in einer Wohnung.

26. Oktober 2021 - 9:42 Uhr

Sie sollen ein Jahr mit totem Bruder in der Wohnung gelebt haben

Horrorfund in Houston: In einer Wohnung in der texanischen Großstadt entdeckte die Polizei eine skelettierte Kinderleiche sowie drei Brüder, die offenbar monatelang mit der verwesenden Leiche unter einem Dach lebten. Das berichtet die "Washington Post". Es sei eine "entsetzliche, tragische Situation", sagte Ed Gonzales, den Sheriff von Harris County, bei einer Pressekonferenz.

15-Jähriger kümmerte sich um seine kleinen Brüder

Houston
Die genauen Umstände des schrecklichen Geschehens müssen noch ermittelt werden.

Den Angaben zufolge lebte ein 15-Jähriger mit seinen beiden Brüdern (7 und 10) in der Wohnung. Der Älteste habe angegeben, dass sein neun Jahre alter Bruder seit einem Jahr tot sei und sich seine Leiche in einem Zimmer neben seinem eigenen befände.

Die Eltern sollen schon seit Monaten nicht mehr in der Wohnung gewesen sein, heißt es weiter. Die Kinder hätten einen verwahrlosten Eindruck gemacht, sie hätten unter erbärmlichen Bedingungen gehaust. Die beiden jüngeren Brüder hätten unterernährt gewirkt und Verletzungen gehabt. Alle drei seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Brüder hätten offenbar aufeinander aufgepasst, der 15-Jährige habe sich um die Jüngeren gekümmert.

Sheriff Gonzales wirkte bei der Pressekonferenz "sichtlich verstört", so die "Washington Post". Er habe noch nie "ein Szenario wie dieses" gesehen, sagte er. "Es ist herzzerreißend", so Gonzalez. Die Mutter der Kinder und ihr Lebensgefährte seien ausfindig gemacht und vernommen worden.

Polizei will "Antworten für diese Kinder"

Die genauen Umstände müssten nun ermittelt werden, sagte der Polizist weiter. Er warnte die Öffentlichkeit vor Spekulationen. Aber angesichts der "sehr beunruhigenden Umstände" bemühe sich die Polizei "um Antworten für diese Kinder." (uvo)