Houleye Ba's Olympia-Märchen

Die langsamste Sprinterin der Spiele

Einfach schön, solche Sportlerinnen wie Houleye Ba bei den Olympischen Spielen zu sehen.
Einfach schön, solche Sportlerinnen wie Houleye Ba bei den Olympischen Spielen zu sehen.
© deutsche presse agentur, dpa

30. Juli 2021 - 11:07 Uhr

Das zweite olympische Abenteuer

Houleye Ba blickte noch einmal durch das riesige Olympiastadion, dann verschwand sie in den Katakomben. Damit endete auch das zweite olympische Abenteuer der Mauretanierin, und es endete wie das erste. Oder vielmehr fast: Die langsamste Mittelstrecklerin von Rio war nämlich diesmal die langsamste Sprinterin von Tokio.

Persönliche Bestleistung, aber ...

Bis 2008 durften die 100-Meter-Läuferinnen aus den "kleinen Nationen" direkt in der ersten Runde antreten und gegen die Topstars laufen. Seit London 2012 sind sie in einer Vorqualifikation unter sich, müssen es sich erst hart erkämpfen, gemeinsam mit einer Shelly-Ann Fraser-Pryce an den Start gehen zu dürfen.

Für Regine Tugade-Watson aus Guam, Amed Elna von den Komoren oder natürlich auch Ba, die wackeren Japan-Reisenden von den Rändern der großen Sportwelt, ist der Einzug in die erste Runde nahezu unmöglich. Ba wurde Letzte, ihre 15,26 Sekunden - rund viereinhalb Sekunden langsamer als die Besten der Welt - wurden als persönliche Bestleistung geführt. Wohl auch mangels Vergleichswert.

Fünf Jahre zuvor war Ba, bemerkenswert genug, noch über 800 Meter angetreten - eigentlich zwei Strecken, die sich gegenseitig ausschließen. Damals aber durfte Ba im Vorlauf mit oder besser gesagt: hinter den Besten der Welt antreten, kam 44 Sekunden nach der späteren Olympiasiegerin Caster Semenya ins Ziel. Man darf gespannt sein, was sich Ba für Paris 2024 überlegt. Einer gewissen Logik zufolge wäre dann der Marathon dran. Oder sogar Hammerwerfen. (tno/sid)

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