Zu Lebzeiten herrsche Doppelmoral

Hillary Clinton erwartet keine "echte Gleichberechtigung"

Die ehemalige US-Außenministerin erwartet zu ihren Lebzeiten keine „echte Gleichberechtigung“ von Männern und Frauen.
Die ehemalige US-Außenministerin erwartet zu ihren Lebzeiten keine „echte Gleichberechtigung“ von Männern und Frauen.
© REUTERS, BRIAN SNYDER, BS/GAC

01. Oktober 2021 - 10:02 Uhr

Keine "echte Gleichberechtigung"

Sie wollte die erste Frau an der Spitze der USA werden, doch musste sich gegen Donald Trump geschlagen geben. Nun prangert Hillary Clinton eine "sogenannte Doppelmoral" in den Staaten mit harten Worten an. Die ehemalige US-Außenministerin erwarte zu ihren Lebzeiten keine "echte Gleichberechtigung" von Männern und Frauen.

"Doppelmoral" zwischen Männern und Frauen

Bis jetzt hatten die Vereinigten Staaten von Amerika nur Männer als Präsidenten. Hillary Clinton wollte das vor fünf Jahren ändern, doch scheiterte. Grund dafür wäre auch einer, dass Frauen in mächtigen Ämtern ständig hinterfragt würden, sagte Clinton gegenüber dem BBC. Für die Zukunft ist sie pessimistisch: Zu ihren Lebzeiten erwarte sie keine "echte Gleichberechtigung" von Männern und Frauen.

Männer würden nur "duschen und ihre Haare ausschütteln"

In ihrem Wahlkampf 2016 habe die US-Präsidentschaftskandidatin geschätzt 25 Tage damit verbracht, Kleidung auszuwählen sowie sich um Frisur und Make-up zu kümmern. "Das habe ich getan, weil es ein Aspekt der sogenannten Doppelmoral ist", sagte Clinton. Männer hingegen würden lediglich "duschen und ihre Haare ausschütteln".

Clinton verwies zum Vergleich auf den britischen Premierminister Boris Johnson. "Ihr habt einen Premier, der nie seine Haare kämmt. Das ist total charmant." Frauen wollten ebenfalls sie selbst sein können, müssten aber aufpassen, nicht zu einer Karikatur ihrer selbst zu werden.

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Warum kümmern Sie sich nicht um ihre Kinder?

"Ich glaube nicht, dass eine von uns echte Gleichberechtigung erleben wird", sagte die 73-Jährige. "Weil wir uns gleichzeitig mit bedeutenden institutionellen Systemreformen und Vorurteilen von Männern und Frauen gegen Frauen an der Macht auseinandersetzen müssen." Junge Frauen, die in die Politik gingen, würden immer gefragt, ob sie verheiratet seien und Kinder hätten - wenn nicht, warum, und wenn ja, warum kümmere sie sich nicht um sie? Dieselben Fragen an männliche Kandidaten vermisst man dagegen häufig. (skn/dpa)