Ihre Kinder standen schreiend daneben

Aggressives Paar würgt junge Mutter im Hauptbahnhof Stendal bewusstlos

Bahnhof Stendal
Reisende am Bahnhof Stendal. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa
deutsche presse agentur

Im Hauptbahnhof Stendal (Sachsen-Anhalt) hat ein aggressives Pärchen am Donnerstagabend für Unruhe gesorgt. Laut Polizei sollen der 33-jährige Mann und seine 31 Jahre alte Partnerin Reisende angepöbelt haben. Auf Gleis 1 griffen sie eine junge Mutter an und würgten die Frau vor den Augen ihrer beiden Kinder bis zur Bewusstlosigkeit. Die Angreiferin soll ihrem Opfer dann sogar noch gedroht haben, sie zu erschießen.

Angriff im Hauptbahnhof Stendal: Kinder mussten alles mitansehen

Ein Beamter der Bundespolizei im Bahnhof hörte verzweifeltes Kindergeschrei und Hilferufe und eilte auf den Bahnsteig. Dort stellte er das Pärchen. Der 33-Jährige soll sich dann ausgezogen und dem Beamten oberkörperfrei in Kampfhaltung entgegengestellt haben. Seine Freundin sei mit einer Glasflasche in der Hand in Angriffsposition gegangen.

Der Polizist habe daraufhin seine Schusswaffe gezogen, hieß es in einer Mitteilung der Bundespolizei. Das schien den 33-Jährigen offenbar zum Einlenken zu bringen, denn er zog seine angriffslustige Freundin weg. Beide seien dann noch in einen abfahrtsbereiten Zug geflüchtet, konnten dort aber von dem Bundespolizisten mit Verstärkung der Landespolizei festgenommen werden. Der 33-Jährige soll sich mit Tritten massiv gegen die Polizisten gewehrt haben, die 31-Jährige habe die Einsatzkräfte mit Beleidigungen überhäuft.

Ein ICE steht im Bahnhof Stendal
Ein InterCity Express der Deutschen Bahn AG steht im Hauptbahnhof in Stendal. Foto: Jens Wolf/Archiv
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Stendal: Pärchen pöbelt und geht auf Mutter los

Zeugen sagten aus, dass die Tatverdächtigen auch mehrere Reisende beleidigt hätten. Die Situation sei dann plötzlich eskaliert und es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit der 27 Jahre alten Mutter. Die 31-Jährige soll die andere Frau dann gewürgt und offenbar auch mit einer Strickjacke stranguliert haben, bis sie das Bewusstsein verlor. Eine Schusswaffe soll die Frau nicht bei sich gehabt haben, obwohl sie damit gedroht hatte.

Die Kinder standen die ganze Zeit daneben und mussten den Angriff auf ihre Mutter mitansehen. Reisende kümmerten sich um die Verletzte, bis sie in ein Krankenhaus gebracht werden konnte. Dort wurde sie untersucht und konnte danach glücklicherweise wieder entlassen werden. Ihre Kinder mussten nach dem traumatischen Erlebnis im Bahnhof von einem Kriseninterventionsteam betreut werden, teilte die Polizei mit.

Angreiferin wurde in Klinik eingewiesen

Die Angreiferin wurde von der Polizei wegen ihrer „psychischen Verhaltensauffälligkeiten“ in eine Klinik eingewiesen. Gegen sie und ihren Freund laufen nun Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung, gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung, Widerstand gegen sowie Angriff auf Vollstreckungsbeamte. (jgr)