Am Altar hätte sie besser gesagt: Ich will - nicht!

Geständnis nach 16 Jahren: So sehr hasst eine Ehefrau ihren Mann

Heather Havrilesky hasst ihren Mann, will sich aber trotzdem nicht scheiden lassen.
Die US-Journalistin schockt ihre Fans mit der Enthüllung, dass sie ihren Mann hasse.
instagram/heatherhav

Immer wenn Heather Havrilesky Hilfe in sogenannten Eheratgebern gesucht hat, hat sie sie nach wenigen Minuten durch den Raum gepfeffert. Das erzählt die US-Journalistin der „New York Post.“ Der Grund: "Sie fühlten sich einfach so falsch an", so die 51-Jährige.

Überall würden nur die positiven Seiten einer Beziehung abgebildet, meckert die zweifache Mutter weiter. Gerade in der jetzigen Zeit, vor allem auf Social-Media-Plattformen. Da habe man den Eindruck, alle Welt sei verliebt. Davon habe sie die Schnauze voll gehabt und nun als fast „zu ehrliches“ Gegenstück ein Buch veröffentlicht, sagt Heather Havrilesky. Und darin kommt ihr Mann gar nicht gut weg. Sogar von „Hass“ ist die Rede.

Ehefrau: "Mein Mann ist ein schnarchender Fleischhaufen"

Ein „stinkender Haufen Wäsche“, wie ein „spitzer Lego-Stein unter den Füßen“, „ein schnarchender Fleischhaufen“: So unverblümt beschreibt die US-Journalistin den Mann, mit dem sie seit 16 Jahren verheiratet ist. Scheiden lassen will die 51-Jährige sich aber wohl nicht, obwohl sie ihren „hasse“.

Denn, wie Heather Havrilesky der „New York Post“ erzählt, ist eine Ehe in ihren Augen eine Institution, in die es sich lohnt zu investieren.

Ihre Liebe begann mit einer E-Mail

Kennengelernt haben die US-Journalistin und ihr Mann sich über eine E-Mail. Bill lobte Heather in dieser Mail für ihre Arbeit. Die Autorin schrieb damals eine Ratgeber-Kolumne für das „New York Magazine“. Daraufhin dateten die zwei sich und heirateten schließlich im Jahr 2006.

Heute hat das Paar zwei Kinder im Alter von zwölf und 15 Jahren. Für die 51-Jährige bedeutet eine Ehe: ständige, harte Arbeit. Und wie das aussieht, hat Heather Havrilesky knallhart ehrlich in einem Buch festgehalten. "Foreverland: On the Divine Tedium of Marriage", was auf Deutsch bedeutet: „Das Für-immer-Land – über die göttliche Langeweile einer Ehe“.

"Der Grund, warum ich das Buch überhaupt geschrieben habe, ist, dass wir es in unserer Kultur lieben, Geschichten über das Verlieben zu erzählen", sagte die Schriftstellerin der „New York Times“. "Es gibt viel weniger Geschichten, Bücher und Filme darüber, wie eine Beziehung auf lange Sicht funktioniert."

Die 51-Jährige hat sich während ihrer Ehe in einen anderen Mann verliebt

Heather Havrilesky sagte vor der Publikation ihres Buches, sie hoffe, ihr Werk sei ein erfrischendes Gegenmittel. Vor allem zu den Bildern, die man auf Social Media sehe. Die vorher bewusst ausgewählt und mit Filtern überladenen werden. So, als sei alles „perfekt“.

In einem Kapitel ihres Buches schreibt die Autorin sogar, dass sie sich während ihrer Ehe in einen anderen Mann verliebte. Ein Geständnis, das vielen Lesern sicherlich Unbehagen bereite. Im Interview mit dem US-Magazin erzählt sie: "Ich wusste, dass diese Gefühle falsch waren. Und deshalb habe ich Bill von Anfang an alles erzählt. Bis zu dem Punkt, wo er plötzlich sagte: 'Ich finde es ehrlich gesagt langweilig, darüber zu sprechen. Hast du denn noch nie von jemandem geträumt? Das ist das Normalste der Welt.’"

Die Lebensader der Liebe

Zu Ende des Interviews sagte die 51-Jährige, dass sie und ihr Mann extrem ehrlich zueinander seien - das habe ihrer Beziehung geholfen, den Test der Zeit zu bestehen. Trotz ihrer Frustration, die dem Alltag geschuldet sei, glaube sie daran, dass ihre Vereinigung eine Lebensader der Liebe sei.

Erst kürzlich wurde die Schriftstellerin wegen einer Brustkrebserkrankung behandelt. Bill sei ihr nicht von der Seite gewichen, sagt sie. Und das habe ihr noch einmal vieles deutlich gemacht, so die zweifache Mutter. "Ich hasse es, wenn Leute sagen, ihr Mann sei ihr bester Freund, aber Bill ist mein bester Freund. Mein Therapeut und meine Mutter in einem." (mca)