Hunde können Erreger übertragen

Für Menschen gefährlich: Neuer Hasenpest-Fall in NRW

Hunde sollten nicht in Kontakt zu Feldhasen kommen
Hunde sollten nicht in Kontakt zu Feldhasen kommen
© deutsche presse agentur

05. Mai 2021 - 11:02 Uhr

Hasenpest-Infektion kann tödlich verlaufen

Nachdem zuletzt aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Paderborn ein Fall von Hasenpest gemeldet wurde, ist die Zoonose nun auch im Kreis Mettmann bei einem Feldhasen nachgewiesen worden. Spaziergänger und Hundebesitzer sollten deshalb aufpassen – denn die Krankheit, auch Tularämie genannt, ist auf den Menschen übertragbar und kann im schlimmsten Fall tödlich verlaufen.

Offizielle Wege nicht verlassen

03.05.2021, Hamburg: Passanten gehen mit einem Hund im Jenischpark spazieren. Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Hunde erkranken nicht selbst an Hasenpest - können aber zum Überträger werden
© dpa, Marcus Brandt, bra hjb

Der an Tularämie verendete Feldhase wurde in Heiligenhaus aufgefunden, wie Susanne Bossy von der Kreisjägerschaft laut dem Online-Magazin "SuperTip" erklärt. Die bakterielle Erkrankung kommt vor allem bei wildlebenden Nagern vor. Betroffene Tiere magern ab, haben struppiges Fell, einen schwankenden Gang und werden teilnahmslos. Sie sterben oft an einer Blutvergiftung. Neben Hasen können sich auch Kaninchen, Mäuse, Ratten, Eichhörnchen und Vögel infizieren.

Bossy rät: "Tot aufgefundene Hasen und Kaninchen sollte man nicht anfassen und dem zuständigen Kreisveterinäramt oder dem Ordnungsamt melden." Hunde erkranken zwar in der Regel nicht selbst, können den gefährlichen Erreger aber auf ihre Besitzer übertragen. Sie sollten deshalb an der Leine geführt werden, offizielle Spazier- und Wanderwege sollten Sie lieber nicht verlassen.

Sollten Hunde trotz aller Vorsicht mit erkrankten oder toten Tieren in Kontakt kommen, rät die Kreisjägerschaft, Einmalhandschuhe zu verwenden und die Tiere gründlich an Kopf und Schnauze abzuwaschen.

Hasenpest kann für Menschen lebensbedrohlich werden

Menschen könnten sich über offene Wunden, Schleimhäute, die Bindehaut der Augen oder durch Einatmen von erregerhaltigem Staub mit der Hasenpest anstecken. Bei infizierten Menschen treten neben schlecht heilenden Hautwunden grippeähnliche Symptome auf, etwa:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • geschwollene Lymphknoten
  • Durchfall
  • Abgeschlagenheit

Das Krankheitsbild variiert jedoch stark. Erkrankte können mit Antibiotika behandelt werden. Wird die Hasenpest jedoch nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie lebensgefährlich werden: Laut Robert-Koch-Institut liegt die Sterblichkeitsrate dann über 30 Prozent. Zum Glück sind diese Fälle aber relativ selten: Im Jahr 2019 wurden deutschlandweit 72 Erkrankungen mit dem Tularämie-Erreger gemeldet.

dpa/RKA

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