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Hamburg: Neue Regeln fürs Corona-Abitur

Mehr Zeit, Nebenfächer-Prüfungen entfallen

So läuft das Corona-Abi in Hamburg ab

ARCHIV - 08.05.2020, Nordrhein-Westfalen, Pulheim: Ein Hinweisschild mit der Aufschrift «Abitur-Prüfungen - Bitte Ruhe!» hängt vor einem Flur im Gymnasium. (zu dpa «Holter kann sich leichtere Schulprüfungen wegen Corona vorstellen») Foto: Rolf Vennen
Debatte um Abitur in Corona-Zeiten
ve vco dna, dpa, Rolf Vennenbernd

Schulsenator verspricht faire Abi-Prüfungen in der Pandemie

Im April starten viele Hamburger Schülerinnen und Schüler in die wohl wichtigste Prüfung ihrer Schullaufbahn: Ins Abitur. Doch während die Abi-Jahrgänge der Jahre zuvor noch gemeinsam in der Klasse gepaukt haben, liefen die Vorbereitungen unter Corona-Bedingungen anders als üblich ab. Kein Präsenzunterricht, keine persönliche Nachhilfe, kein Köpfe-Ineinanderstecken, sondern Lernen auf Distanz. „Dieses Selbstbeibringen, dieses Selbsterarbeiten ist halt so schwierig“, erzählt uns Abiturient Jonah Uthoff aus Hamburg. Die meiste Zeit der Oberstufe habe sich die Klasse nicht persönlich getroffen. Deshalb will jetzt Hamburgs Schulbehörde Abhilfe schaffen und hat die Regeln für das diesjährige Abitur angepasst. So sollen Abiturientinnen und Abiturienten genauso gute Chancen auf einen guten Schulabschluss haben wie schon die Abschlussklassen zuvor, erklärt Schulsenator Ties Rabe.

Mehr Zeit für Aufgaben

„Uns würde es helfen, wenn der Fokus auf den prüfungsrelevanten Fächern liegen könnte und wir im Februar nicht noch Klausuren in Nebenfächern schreiben müssten. Das würde den Stressfaktor merklich reduzieren“, heißt es in einem Bandbrief, den der Abiturjahrgang am Gymnasium Hoheluft an Hamburgs ersten Bürgermeister geschickt haben.

Und tatsächlich sollen jetzt im letzten Halbjahr der Oberstufe die Klausuren in Nebenfächern entfallen. Aber nicht nur das. Abiturientinnen und Abiturienten sollen auch mehr Zeit bekommen: Mehr Zeit für die Abitur-Vorbereitung und auch mehr Zeit bei den schriftlichen Prüfungen. Für letztere gibt es 30 Minuten mehr Bearbeitungszeit. Auch die Phase der Prüfungsvorbereitung wird verlängert: So verschiebt sich der Start des Abiturs um eine Woche nach hinten. Die Prüfungen würden somit erst am 23. April starten.

Korrektur mit Nachsicht

Unterrichts-Unterbrechungen, Quarantäne und Corona-Infektionen: Ein konstanter Unterricht war in diesen turbulenten Zeiten der Pandemie fast nicht möglich. Daher seien Lehrkräfte jetzt dazu angehalten mit Nachsicht zu korrigieren und die Einschränkungen der letzten Monate, zumindest dort, wo Bewertungsspielräume sind, zu berücksichtigen.

Matheaufgabe streichen

Statt drei Mathe-Schwerpunkte werden in diesem Abiturjahrgang außerdem nur zwei geprüft. Aufgrund Einschränkung hätte speziell der Mathe-Unterricht nicht mit der sonst üblichen Tiefe stattfinden können, betont Schulsenator Rabe. Daher könnten sich Lehrkräfte nun auf zwei der Prüfungsbereiche,„Analytische Geometrie“, „Stochastik“ und „Analysis“, verständigen.

Genauere Information über Prüfungsthemen

„Wir verraten natürlich nicht die Aufgabe oder die Lösungen“, erklärt Hamburgs Schulsenator Ties Rabe. „Aber wir geben die Schwerpunktthemen bekannt“. Genauere Informationen über die Prüfungsthemen soll den Schülerinnen und Schülern helfen, sich zielgerichtet vorzubereiten.

Generell zeigt sich Schulsenator Rabe optimistisch. Bereits der vergangene Abiturjahrgang habe unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie leiden müssen. Trotzdem sei ihr Abitur das beste seit etwa sieben Jahren gewesen, so Rabe. Hamburgs Schulsenator ist er zuversichtlich: „Wer fleißig ist und sich Mühe gibt, wird keine Probleme haben.“

Etwa 9.500 Schülerinnen und Schüler werden dieses Jahr ihr Abitur in Hamburg absolvieren.