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Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock lässt ihr Stipendium prüfen

Sie erhielt 40.000 Euro von der Böll-Stiftung

Annalena Baerbock lässt ihr Stipendium prüfen

 236. Bundestagssitzung und Debatte Aktuell, 24.06.2021, Berlin, Annalena Baerbock Kanzlerkandidatin Buendnis90/Die Gruenen im Portrait bei ihrer Rede zum Thema Regierungserklaerung zum Europaeischen Rat bei der 236. Sitzung des Deutschen Bundestag i
Annalena Baerbock lässt ihr Stipendium prüfen
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Stipendium soll überprüft werden

Der Rummel um Annalena Baerbock reißt nicht ab. Die Grünen-Kanzlerkandidatin hat nach Angaben einer Sprecherin die parteinahe Heinrich-Böll-Stiftung darum gebeten, einen „nunmehr knapp zehn Jahre zurückliegenden Sachverhalt“ im Zusammenhang mit einem damaligen Promotionstipendium der Stiftung „noch einmal zu betrachten“. Anlass sind nach Angaben der Grünen-Sprecherin Medienanfragen zu dem Stipendium. Auch die „Bild“-Zeitung hatte über den Schritt berichtet.

Baerbock hat 39 Monate Leistung erhalten

Ausgangspunkt war ein Bericht des «Tagesspiegels» am Donnerstag. Demnach war Baerbock von April 2009 bis Dezember 2012 Promotionsstipendiatin der Böll-Stiftung. Sie habe eine Unterstützung von mehr als 40 000 Euro erhalten, wird ein Sprecher in dem Bericht zitiert. Die Doktorarbeit hatte die Grünen-Chefin nicht abgeschlossen.

Finanziert wird die Grünen-nahe Böll-Stiftung überwiegend aus Bundesmitteln, so wie alle parteinahen Stiftungen. Das Geld für die Begabtenförderung kommt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, das für die weitere Vergabe Regeln festgelegt hat. Daher muss unter andererem sichergestellt sein, dass Nebentätigkeiten begrenzt bleiben.

Nach Angaben der Böll-Stiftung hatte sie bis zu diesem Zeitpunkt 39 Monate Leistungen bezogen. „Angesichts der Medienanfragen zum parteipolitischen Engagement und dem Promotionsstipendium hat Frau Baerbock die Heinrich-Böll-Stiftung gebeten, den nunmehr knapp zehn Jahre zurückliegenden Sachverhalt noch einmal zu betrachten“, teilte eine Grünen-Sprecherin jetzt mit.

Politik damals ein Ehrenamt am Wochenende?

Baerbock war unter anderem vorgehalten worden, sie habe sich angesichts ihrer vielfältigen politischen Tätigkeiten nicht in der für den Erhalt eines Stipendiums erforderlichen Weise ihrer Doktorarbeit widmen können. Das berichtet der „Tagesspiegel“. Die Grünen-Sprecherin soll dies aber bestritten haben: Der „Hauptfokus“ der Politikerin, damals unter anderem Landesvorsitzende der Brandenburger Grünen, habe in diesen Jahren auf der Arbeit an ihrem Promotionsvorhaben gelegen. Das parteipolitische ehrenamtliche Engagement soll wohl hauptsächlich in den Abendstunden und an Wochenenden stattgefunden.

Ab 2011 habe sie eine Aufwandsentschädigung von monatlich rund 230 Euro und ab 2012 von 400 Euro erhalten, schreibt der „Tagesspiegel“. Ihren Pflichten als Stipendiatin wie etwa der Teilnahme am Begleitprogramm sowie der regelmäßigen Berichterstattung über den Forschungsverlauf sei sie nachgekommen. (dpa/iba)