Sie geben einem anderem Kleinkind Schuld an tödlichen Verletzungen

Star Hobson (1) zu Tode misshandelt: Mutter und Lebensgefährtin vor Gericht

Star Hobson wurde nur 16 Monate alt. Das Kind starb in Folge schwerer Misshandlungen
Star Hobson wurde nur 16 Monate alt. Das Kind starb in Folge schwerer Misshandlungen
© Gofundme.com

01. November 2021 - 10:30 Uhr

16 Monate altes Kleinkind wurde "wiederholt körperlich angegriffen"

Ein furchtbares Verbrechen wird derzeit im englischen Bradford vor Gericht verhandelt. Die kleine Star Hobson starb im September 2020, zu Tode gequält und getrampelt, vermutlich von ihrer Mutter Frankie Smith (20) und deren Lebensgefährtin Savannah Brockhill. Sie sind angeklagt wegen Mordes. Smith und die 28-jährige Brockhill bestreiten die Tat nicht nur, sondern behaupten, ein anderes Kind sei für Stars tödliche Verletzungen verantwortlich, berichtet der britische Sender BBC.

Obduktion ergab "katastrophale Verletzungen"

Frankie Smith (links) und Savannah Brockhill
Frankie Smith (links) und Savannah Brockhill sollen das Kleinkind zu Tode gequält und viel zu spät den Notruf gewählt haben.
© facebook/Frankie Smith

Das 16 Monate alte Kind starb infolge "katastrophaler Verletzungen", heißt es unter Berufung auf Staatsanwältin Alistair MacDonald vom Bradford Crown Court. Offizielle Todesursache: Herzstillstand. Das Kind sei zuvor "geschlagen und getreten" worden. Die Staatsanwältin berichtet laut BBC, dass das Kleinkind wochen- oder monatelang "wiederholt körperlich angegriffen" wurde.

Ihrer Darstellung zufolge habe Star "zu verschiedenen Zeiten eine Reihe von erheblichen Verletzungen erlitten". Sie nannte Frakturen am Hinterkopf sowie zwei Brüche im rechten Schienbein, die durch "gewaltsames Verdrehen" verursacht wurden. Die Obduktion der Leiche habe zudem "Schnittwunden an ihren inneren Organen und Blutergüsse an Lunge und Bauch" ergeben, so MacDonald der BBC zufolge weiter.

Staatsanwältin: "Unvorstellbar, dass sie erst nach 15 Minuten den Notruf wählten"

Bei der Verhandlung wurden zudem verstörende Details vom Tag des Todes bekannt. Eine Viertelstunde, bevor die Frauen per Notruf einen Rettungswagen alarmierten, recherchierten sie im Internet zu den Themen "Schock bei Babys" und "Wie hole ich ein Baby nach einem Schock zurück". Abgesehen von dem Notruf sei zu keiner Zeit medizinische Hilfe für Star in Anspruch genommen worden, trotz der heftigen Verletzungen, die sie hatte.

Laut der Website "Wikibionews.com" nannte es Staatsanwältin MacDonald "unvorstellbar", dass Smith und Brockhill nicht früher Hilfe gerufen hätten. Normalerweise hätte man bei einem Notfall mit einem Baby "in Sekunden telefoniert, nicht nach 15 Minuten", wird sie zitiert.

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Verletzung durch anderes Kind "geradezu absurd"

Als die Sanitäter eintrafen, waren neben den beiden Frauen noch zwei weitere kleine Kinder anwesend. Bei der späteren Vernehmung behaupteten die Mutter und deren Lebensgefährtin, ein anders Kind habe Star die schweren Verletzungen zugefügt. Diese Behauptung nannte MacDonald dem BBC-Bericht zufolge "geradezu absurd."

Weiter berichtet der Sender darüber, dass vor Gericht Videomaterial gezeigt wurde, aus dem hervorgehe, dass Star angeschrien und misshandelt wurde. Sozialarbeiter der Gemeinde sollen von Problemen gewusst haben, seien aber nicht eingeschritten. Zudem gebe es Beweise dafür, dass Brockhill ihre Partnerin Smith geschlagen habe.

Der Prozess läuft noch. Wann ein Urteil fallen soll, ist nicht bekannt. (uvo)