Tragischer Unfall in Großbritannien

Mädchen (2) verschluckt Batterie aus Fernbedienung und stirbt

Die kleine Harper-Lee musste sterben, weil sie eine Batterie verschluckte.
Die kleine Harper-Lee musste sterben, weil sie eine Batterie verschluckte.
© GoFundMe

19. Juni 2021 - 10:15 Uhr

Knopfbatterie verschluckt: Zweijährige stirbt an den Folgen

Die zwei Jahre alte Harper-Lee aus Großbritannien war mit ihrer älteren Schwester allein, als sie plötzlich anfing, Blut zu spucken. Ihre Mutter Stacey musste arbeiten, darum aßen die beiden Mädchen ohne sie zu Mittag, wie das lokale Nachrichtenportal "Staffordshire Live" berichtet. Die große Schwester rief sofort den Krankenwagen, doch für das kleine Mädchen kam jede Hilfe zu spät. Harper-Lee starb noch im OP-Saal. Sie hatte eine Knopfbatterie in den Mund gesteckt und verschluckt.

Hälfte ihres Blutes verloren

Laut dem Portal soll die Batterie kaum größer als eine Münze gewesen sein. Trotzdem war es bereits zu spät, als Harper-Lee ins "Royal Stoke" Krankenhaus nach Stoke-on-Trent gebracht wurde. Mediziner kämpften um die Rettung der Zweijährigen, die die Hälfte ihres Blutes bereits verloren hatte. Im Krankenhaus erhielt sie neun Bluttransfusionen – etwa zwei Liter – bevor sie notoperiert wurde. Doch trotz allen Bemühungen der Ärzte verstarb die Kleine.

Die Knopfbatterie hatte Verletzungen an der Speiseröhre und ein Blutgerinnsel im Magen verursacht. Außerdem lief Batteriesäure in Harper-Lees Körper aus.

Harper-Lee tendierte dazu, Dinge in den Mund zu nehmen

Ihre Mutter Stacey denkt im Interview mit "Staffordshire Live" an ihre Tochter zurück: "Harper-Lee war an allem interessiert und entwickelte sich gut, es gab keine Bedenken. Sie war voller Leben und wurde von allen geliebt." Doch ihre Gewohnheit, Dinge in den Mund zu nehmen, wurde ihr zum Verhängnis.

Immer wieder werden Kindern Batterien zum Verhängnis, auch in Amerika starb eine Einjährige, weil ihr eine Batterie die Speiseröhre verätzte.

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Vor allem für die Speiseröhre ist eine verschluckte Batterie gefährlich. Durch den Stromfluss wird häufig die Muskulatur der Speiseröhre beeinträchtigt, sodass die Batterie nicht mehr weiter in den Magen transportiert wird. Sie bleibt in der Speiseröhre stecken. Dort kommt es häufig zu chemischen Reaktionen, denn die Knopfzelle reagiert auf Speichel. Dadurch entsteht eine stark alkalische Lösung, die schnell zu Verätzungen führt. Die Batterie brennt buchstäblich ein Loch in die Speiseröhre, das sich schlimmstenfalls bis zur Luftröhre oder der Hauptschlagader ausweiten kann.

Das Tückische: Oft stecken sich Kinder Batterien unbemerkt in den Mund und sind erst mal eine Weile beschwerdefrei. Manchmal treten Symptome wie Husten und Keuchen erst nach zwei Wochen auf – und dann muss es sehr schnell gehen. So wie bei der kleinen Abigayle aus Texas, die nach einer verschluckten Batterie um ihr Leben kämpfte.

Sollten Sie den Verdacht haben, Ihr Kind könnte eine Batterie verschluckt haben, suchen Sie sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus auf. Wenn Sie bemerken, dass ihr Kind eine Batterie verschluckt hat, sollten Sie zuerst immer Mund und Nase des Kindes untersuchen und die Batterie - sofern möglich – entfernen. Am sichersten ist es aber immer noch, wenn Batterien und Co. für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. "Eltern können ihre Kinder vor solchen Unfällen bewahren, indem sie darauf achten, dass Knopfbatterien nicht achtlos herumliegen und die Batteriefächer sämtlicher Geräte im Haushalt stets gut verschlossen sind", rät Martina Abel von der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

(jgr/lkr)

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