Polizei ermittelte drei Jahre lang

Acht Babys getötet: Krankenschwester erneut festgenommen

Krankenschwester Lucy L. soll Babys getötet haben.
© picture alliance, Peter Byrne

11. November 2020 - 10:11 Uhr

17 Babys sind tot - hat Lucy L sie alle auf dem Gewissen?

In kurzer Zeit starben 17 Babys in einem Krankenhaus im englischen Chester. Zwei Mal wurde die 29-jährige Krankenschwester Lucy L. festgenommen. Ihr wird der Mord an mindestens acht Neugeborenen, sowie versuchter Mord in neun weiteren Fällen vorgeworfen. Bislang konnte ihr nichts nachgewiesen werden. Bis jetzt! Wie britische Medien berichten, wurde L. nach drei Jahre andauernden Ermittlungen am Dienstag erneut verhaftet.

Krankenschwester zum dritten Mal verhaftet

Krankenschwester Lucy L. soll Babys getötet haben.
Die Ermittler durchsuchen das gesamte Krankenhausgelände.
© deutsche presse agentur, Peter Byrne

Zwei Tage lang soll die 29-Jährige von Ermittlern befragt worden sein, auch ihr Haus sei erneut durchsucht worden, berichtet die britische "The Sun". Die Polizei bestätigte der Zeitung, dass L. bereits 2018 und 2019 im Zusammenhang mit dem Fall festgenommen worden ist. In den vergangenen drei Jahren habe ein Team von mehreren Ermittlern energisch an dem hochkomplexen Fall gearbeitet, um die Todesursache der Säuglinge festzustellen, sagte der leitende Ermittler Paul Hughes. Die Ergebnisse haben schließlich zur Festnahme der Krankenhausmitarbeiterin geführt. "Die Frau befindet sich derzeit in Haft", so Hughes. 

England: Neugeborene in Klinik ermordet

Wie der Beamte weiter mitteilt, seien auch die Eltern der getöteten Babys informiert worden. "Das ist eine schwierige Zeit für alle Familien", so Hughes. Es sich wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass es viele Hinterbliebene in dem Fall gibt, die auf Antworten warten. 

In dem Fall untersucht die Polizei insgesamt 17 Todesfälle von Neugeborenen im Countess of Chester-Hospital zwischen März 2015 und Juli 2016. Seit Juli 2018 wird laut "The Sun" die Kinderkrankenschwester Lucy L. verdächtigt, die auf der Neugeborenen-Station arbeitete. Ärzte hatten sich damals besorgt über die "ungewöhnlich vielen Todesfälle" in der Klinik geäußert, heißt es. Noch im selben Monat wurde die 29-Jährige wegen Mordes an acht Neugeborenen sowie versuchten Mordes an sechs Babys festgenommen. Sie kam jedoch nach Zahlung einer Kaution wieder frei. Die Neugeborenenstation wurde daraufhin geschlossen.

Im Juni 2019 folgte dann die zweite Festnahme, nachdem drei weitere Verdachtsfälle hinzukamen. Obwohl sie sich bei den Vernehmungen kooperativ gezeigt habe, wie die Ermittler berichten, habe man keine Beweise gegen die Frau finden können. Nach drei Jahren scheinen die Beamten endlich Erfolg gehabt zu haben.